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PhilippinenKidnapper überrascht - Schweizer frei

Der Schweizer Geschäftsmann, der im April im Süden der Philippinen entführt worden war, wurde aus der Geiselhaft befreit.

Der gebürtige Schweizer mit philippinischem Pass wurde gemäss Polizeiangaben am Mittwoch in den frühen Morgenstunden im Dorf Labuan an der Küste, in der Nähe von Zamboanga City, befreit. Soldaten hätten die Kidnapper überrascht, als sie den 70-jährigen Geschäftsmann in ein anderes Versteck auf der Halbinsel Zamboanga bringen wollten, teilte ein Militärsprecher mit. Die Entführer seien in Panik weggelaufen und hätten ihre Geisel zurückgelassen.

Es gehe dem Schweizer Geschäftsmann den Umständen entsprechend gut, sagte der Bürgermeister von Zamboanga, Celso Lobregat. Er habe Gewicht verloren, sei aber in guter Verfassung. Der Mann wurde nach seiner Befreiung zu seiner Familie gebracht, wo er sich nun in Ruhe erholen wolle.

Das Aussenministerium (EDA) in Bern bestätigte die Freilassung am Mittwoch und zeigte sich erleichtert und dankbar gegenüber den philippinischen Behörden.

Mit diesen wie auch mit der Familie sei die Botschaft während der ganzen Zeit in engem Kontakt gewesen, sagte EDA-Sprecher Georg Farago. In Bern sei unter Führung des Aussenministeriums ein Krisenstab aus mehreren Departementen gebildet worden.

Abu Sayyaf hinter Entführung?

Der Schweizer lebte seit 40 Jahren auf den Philippinen und war Anfang April am Strand vor seinem Haus bei Patalon, rund 40 Kilometer von Zamboanga City entfernt, von acht bewaffneten Männern entführt worden. Die Entführer hatten sich laut Angaben der Polizei mit Schnellbooten genähert und den Mann auf eines ihrer Boote gezwungen.

Nach der Entführung war ein Video aufgetaucht, in dem der 70- Jährige um seine Freilassung flehte und eine Lösegeldforderung in der Höhe von mehr als 350 000 Euro überbrachte. Laut Angaben von Lobregat wurde jedoch kein Lösegeld bezahlt.

Wer hinter der Entführung steckt, blieb zunächst unklar. In lokalen Medien wurde spekuliert, dass die islamistische Terrorgruppe Abu Sayyaf verantwortlich sein könnte. Sie hatte im vergangenen Jahr drei Delegierte des IKRK - den Aargauer Andreas Notter, einen Italiener und eine Philippinerin - monatelang festgehalten.

Abu Sayyaf finanziert sich unter anderem durch Entführungen. Allerdings kidnappen auch immer wieder kleine Banden ausländische und einheimische Bürger, um Lösegeld zu erpressen. (sda)

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