Aktualisiert 06.10.2016 13:48

Kanton Schwyz

Kiebitz-Kolonien erholen sich in Naturschutzgebiet

In zwei Schwyzer Naturschutzgebieten sind 27 junge vom Aussterben bedrohte Kiebitze flügge geworden. Das Projekt ist aber aufwändig.

von
dag
Ein vom Aussterben bedrohter junger Kiebitz im Schwyzer Naturschutzgebiet.

Ein vom Aussterben bedrohter junger Kiebitz im Schwyzer Naturschutzgebiet.

Bahadir Yeniceri-shutterstock.com

Ein 2013 in die Wege geleitetes Vogelschutzprojekt für zwei Kiebitz-Kolonien in den Schwyzer Naturschutzgebieten Frauenwinkel und Nuoler Ried zeigt Wirkung. In diesem Jahr sind insgesamt 27 junge vom Aussterben bedrohte Kiebitze flügge geworden. 2015 waren es 23 Jungtiere.

Im Gebiet Frauenwinkel brüteten in diesem Jahr zehn Kiebitzpaare, elf Jungvögel wurden flügge. Im Nuoler Ried wurden zwölf Kiebitzpaare mit 16 Jungvögeln gezählt, wie das Umweltdepartement des Kantons Schwyz am Donnerstag mitteilte.

Die Brutsaison sei erfolgreich verlaufen, die beiden Kolonien würden sich erholen. Bis die Bestände ein höheres Niveau erreicht hätten, müssten die wenigen Kiebitz-Brutpaare in der Region zur Brutzeit aber weiterhin unterstützt werden. Das Schutzprojekt werde darum auch im Jahr 2017 weitergeführt.

Kiebitze im Kanton Schwyz fast ausgestorben

Die Schwyzer Naturschutzgebiete zählen zu den landesweit wichtigsten Brutgebieten für den Kiebitze, sagte Remo Bianchi vom Schwyzer Amt für Natur, Jagd und Fischerei auf Anfrage. Bis sich die Kolonien im Nuoler Ried und im Frauenwinkel vollständig erholt hätten, brauche es noch einige Zeit. Man befinde sich bezüglich der Schutzziele schätzungsweise in der Halbzeit respektive im ersten Drittel.

Noch vor wenigen Jahren drohte der Bodenbrüter im Kanton Schwyz auszusterben. Gründe dafür waren die Intensivierungen der Landwirtschaft, die Verwandlung von geeigneten Brutflächen sowie das zunehmende Erholungsbedürfnis des Menschen in der Natur.

Die Stiftung Frauenwinkel lancierte das Förderungsprojekt in Zusammenarbeit mit Landwirten. Diese passten teils ihre Mäh- und Düngereinsätze den Bodenbrütern an. Zudem schützten sie Vogelnester mittels Zäunen vor nachtaktiven Raubtieren und liessen auf ihren Parzellen Altgrasstreifen als Versteckmöglichkeiten für die Kiebitze stehen. Das Vogelschutzprojekt ist aber sehr aufwändig: «Das Projekt muss täglich beobachtet werden und wir begleiten die Landwirte täglich, damit die Eier und Jungvögel etwa beim Säen, Düngen, Mähen und Ernten keinen Schaden erleiden», sagt Res Knobel von der Stiftung Frauenwinkel. Laut Knobel könne das Projekt 2017 nur dann weitergeführt werden, wenn die Stiftung Spenden erhalte.

(dag/sda)

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