Aktualisiert 20.06.2018 05:40

Ärger mit Nachbar

«Kiffen stinkt, ich kann nie das Fenster öffnen»

In einer Ostschweizer Facebook-Gruppe beschwert sich ein Mieter über den ständigen Hanf-Geruch in seinem Wohnhaus. Experten geben Rat.

von
lad
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Ein Mieter in Frauenfeld TG weiss nicht mehr weiter.

Ein Mieter in Frauenfeld TG weiss nicht mehr weiter.

Wikimedia/Hansueli Krapf
Seine kiffenden Nachbarn stören den Mann extrem. In einem...

Seine kiffenden Nachbarn stören den Mann extrem. In einem...

iStock/Digitalsg
... Facebook-Eintrag in einer Ostschweizer Gruppe sucht er Rat, was er gegen die kiffenden Nachbarn unternehmen könnte.

... Facebook-Eintrag in einer Ostschweizer Gruppe sucht er Rat, was er gegen die kiffenden Nachbarn unternehmen könnte.

Screenshot Facebook

«In unserem Block raucht jemand immer Gras. Das stinkt grausam. Ob morgens oder abends, nie kann man das Fenster öffnen ohne dass extremer Rauch in die Wohnung kommt», schreibt ein wütender Mieter aus Frauenfeld in eine Ostschweizer Facebook-Gruppe. Der Mann sucht um Rat, wie er gegen ein solch rücksichtsloses Verhalten vorgehen kann. Das Problem herrsche das ganze Jahr über. Er sorge sich um die Kinder im Block, die das ebenfalls einatmen müssten.

Penetranter Geruch

In den Kommentaren zeigen viele User Verständnis für den Mann. Sie raten ihm, zuerst das Gespräch mit den kiffenden Nachbarn zu suchen. Das empfiehlt auch Rechtsberater Ruedi Spöndlin vom Schweizer Mieterverband in einem solchen Fall: «Damit es nicht eskaliert, sollte man immer zuerst mit den Nachbarn reden», sagt er. Danach sollte der nächste Schritt über den Vermieter laufen. Erst wenn es keinen anderen Ausweg mehr gebe, sei der Weg über die Polizei die Lösung.

Beim Schweizerischen Mietverband würden immer wieder Beschwerden wegen Rauchbelästigung eingehen: «Vor allem das Kiffen ist heikel, da der Geruch sehr penetrant ist und häufig sogar durch schlecht isolierte Wände und Böden in andere Wohnungen gelangt», so Spöndlin.

Nicht nur Marihuana-Rauch kann stören

Auch bei der Kantonspolizei Thurgau gehen immer wieder Meldungen wegen kiffender Nachbarn ein: «Wir überprüfen die Meldungen jeweils vor Ort», sagt Kapo-Sprecher Matthias Graf. Was die Polizisten dabei vorfinden, sei unterschiedlich. «Wir haben nach solchen Meldungen auch schon ganze Hanfanlagen entdeckt.»

Doch nicht nur der Geruch von Marihuana sei ein Störfaktor bei manchen Nachbarn. Vor allem im Sommer könne auch der Rauch vom Grillieren oder ganz allgemein Zigarettenrauch nerven: «Man kann das alles jedoch nicht generell verbieten», so Spöndlin. Dennoch: Mieter sind gemäss Art. 257f Abs. 2 OR verpflichtet, auf Hausbewohner und Nachbarn Rücksicht zu nehmen.

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