US-Studie besagt: Kiffer auch nüchtern eine Gefahr im Verkehr
Aktualisiert

US-Studie besagtKiffer auch nüchtern eine Gefahr im Verkehr

Kiffen kann die Fahrtüchtigkeit drastisch einschränken. Und das sogar, wenn der Stoff nicht mehr im Körper nachweisbar ist. Das besagt eine neue Studie.

von
lab
Kiffer sind eine Gefahr für den Verkehr  auch wenn kein THC im Körper nachweisbar ist. Das besagt eine neue Studie.

Kiffer sind eine Gefahr für den Verkehr auch wenn kein THC im Körper nachweisbar ist. Das besagt eine neue Studie.

pd

Fahren, als ob man high sei – selbst wenn man keine Drogen konsumiert hat? Glaubt man einer Studie aus dem US-Fachjournal «Drug and Alcohol Dependence», sollte man regelmässige Kiffer auch nicht in nüchternem Zustand nicht auf die Strasse lassen.

Die neue Studie untersuchte regelmässig kiffende Jugendliche ab 16 Jahren und deren Fahrkünste. Dafür wurden die jungen Cannabis-Konsumenten in einem Fahrsimulator beobachtet. Die Teilnehmer hatten zuvor angegeben, dass sie mindestens vier- bis fünfmal pro Woche kiffen würden.

Früh begonnen, viele Fehler

Mittels Urintests wurde vor dem Test bestätigt, dass sich keine psychoaktiven Substanzen, im speziellen der Wirkstoff THC, im Kreislauf der Probanden befanden. Dabei fiel auf, dass vor allem Jugendliche, die schon sehr früh mit Kiffen begonnen hatten, besonders viele Fehler im Strassenverkehr machten und sich schlecht konzentrieren konnten. Und dies, obwohl zum Zeitpunkt des Tests kein THC mehr in ihrem Körper nachweisbar war.

«Vor dem 16. Lebensjahr ist das Gehirn nicht nur für Cannabis anfälliger, sondern auch für andere Drogen und Alkohol sowie für Krankheiten und Verletzungen», sagt die Forscherin und Studienleiterin Staci Gruber denn auch gegenüber CNN.

Für die US-Wissenschaftlerin ist das Ergebnis deshalb keine grosse Überraschung: «Auch andere Untersuchungen haben gezeigt, dass der frühe Substanzkonsum, und dazu gehört der Gebrauch von Cannabis, mit einer schlechteren kognitiven Leistung verbunden ist».

Noch mehr Studien nötig

Besonders beeinträchtigt würde die Funktion des vordersten Teils des Gehirns. Diese Gehirnregion steuert unter anderem auch die Impulskontrolle und die Verhaltensweise einer Person – was hinter dem Steuer und im Strassenverkehr natürlich besonders stark ins Gewicht fällt.

Freunde des grünen Rausches haben dennoch keinen Grund, in Panik zu verfallen. Denn selbst die Studienleiterin relativiert die Resultate: «Dieses Ergebnis bedeutet nicht, dass niemand mehr hinter das Steuer sollte, der mal einen Joint geraucht hat».

Gerade bei jüngeren Leuten müsse man aber sehr vorsichtig sein, was die Auswirkungen von Cannabis nicht nur, aber auch auf das Verhalten im Verkehr habe. Deshalb ist für Gruber klar: «Man muss das in weiteren Abklärungen noch genauer untersuchen».

Deine Meinung