29.06.2016 21:43

THC-DetektorKiffer müssen künftig zum Blasen antreten

Wenn die Polizei zum Pusten bittet, könnte es bald auch für Kiffer problematisch werden: Ein neues Gerät erkennt in der Atemluft, was sie konsumiert haben.

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Nicht immer ist offensichtlich, ob jemand Marihuana konsumiert hat oder nicht.

Nicht immer ist offensichtlich, ob jemand Marihuana konsumiert hat oder nicht.

Keystone/AP/Justin Tang
Um diesbezüglich Klarheit zu schaffen, müssen Ermittler bisher die Körperflüssigkeiten des Verdächtigen - Urin, Blut oder Speichel - aufwändig analysieren.

Um diesbezüglich Klarheit zu schaffen, müssen Ermittler bisher die Körperflüssigkeiten des Verdächtigen - Urin, Blut oder Speichel - aufwändig analysieren.

Keystone/AP/Frank Augstein
Doch damit dürfte bald Schluss sein. Denn Forscher der Technischen Universität Dortmund haben ein Gadget entwickelt, mit dem sich Cannabis-Konsum in der Atemluft nachweisen lässt.

Doch damit dürfte bald Schluss sein. Denn Forscher der Technischen Universität Dortmund haben ein Gadget entwickelt, mit dem sich Cannabis-Konsum in der Atemluft nachweisen lässt.

Keystone/Jean-christophe Bott

Hat er oder hat er nicht gekifft? Wollen Polizisten eine Antwort auf diese Frage haben, müssen sie die Körperflüssigkeiten des Verdächtigen analysieren. Künftig können Urin, Blut und Speichel jedoch unangetastet bleiben, denn Forscher um Oliver Kayser von der Technischen Universität Dortmund haben das Ion-Gas-Gerät entwickelt, mit dem sich Cannabis-Konsum in der Atemluft etwa acht Stunden lang nachweisen lässt.

Möglich macht das die sogenannte Ionenmobilitäts-Spektrometrie, eine Analysetechnik, die gasförmige Spurenstoffe erkennt und misst. Die Methode ist so genau, dass sie unter anderem auch für die Detektion von Sprengstoffen eingesetzt wird.

Grosse Hoffnungen

Das neue Gerät erkennt nicht nur zuverlässig THC (Tetrahydrocannabinol), sondern gleich zwölf verschiedene Cannabis-Bestandteile. Die Fehlerquote liegt laut Kayser bei nur etwa einem Prozent. Und nicht nur das: «Das Gerät kann auch nachweisen, ob jemand tatsächlich gekifft oder organisch produziertes Hanföl konsumiert hat, das durch THC kontaminiert war.»

Im Einsatz ist die Dortmunder Entwicklung noch nicht. Aber laut «Ruhr Nachrichten» haben zwei Polizeibehörden bereits ihr Interesse angemeldet. Auch Spitäler seien bereits hellhörig geworden, heisst es: «Sie haben häufig mit bewusstlosen Patienten zu tun, bei denen man möglichst schnell nachweisen möchte, ob und welche Drogen sie genommen haben.»

Die nötigen Tests wurden mit Probanden durchgeführt, die Cannabis ärztlich verschrieben einnehmen. (Video: Youtube/Frank Eiden)

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