Aktualisiert 12.05.2016 10:32

Global Marijuana March

Kiffer wandern drei Stunden durchs Rheintal

Der Global Marijuana March kommt in die Schweiz. Diesen Samstag ziehen Hanf-Freunde durchs Rheintal. Die Polizei ist alarmiert.

von
jeh/nab
Anlässlich des Global Marijuana March machen sich am Samstag auch Rheintaler Hanf-Freunde auf den Weg.

Anlässlich des Global Marijuana March machen sich am Samstag auch Rheintaler Hanf-Freunde auf den Weg.

Kein Anbieter/epa

«Wofür wandern wir? Für die Legalisierung.» So wird auf Facebook für den Hanfwandertag im St. Galler Rheintal geworben. Dieser findet kommenden Samstag im Rahmen des Global Marijuana Marches, der grössten weltweiten Kundgebung zur Freigabe von Cannabis als Medizin und Genussmittel, statt. Gestartet wird in Heerbrugg, von dort soll es nach Altstätten gehen. Vorausgesetzt, das Wetter passt. Auf Facebook heisst es nämlich: «Wenn es regnet, wird die Wanderung auf den 21. Mai verschoben.»

Einer der Organisatoren ist Nino Forrer vom Verein «Legalize it!», der die Legalisierung von Cannabis mit einer Volksinitiative vor das Volk bringen will. Wie Forrer gegenüber 20 Minuten sagt, hat der Hanfwandertag ein einziges Ziel: «Gleichgesinnte sollen sich während der Wanderung austauschen und über die Thematik Cannabis in der Schweiz diskutieren.»

«Die Wanderung wird kein Drogen-Fest»

Mit der dreistündigen Wanderung wollen die Hanf-Aktivisten zeigen, dass Kiffer nicht die Stubenhocker seien, für die sie gehalten würden. «In den Medien spricht man immer nur von den faulen und verpeilten Kiffer», so Forrer. Aber: «Es gibt auch unzählige Konsumenten, die einen angesehenen Beruf haben und am Abend einen Joint rauchen.» Forrer würde es zudem begrüssen, wenn sich noch einige Kritiker anmelden würden: «Das gäbe sicher eine spannende Diskussion.»

Eine Demonstration sei die Veranstaltung allerdings nicht. Es handle sich lediglich um eine Wanderung mit voraussichtlich 30 bis 50 Teilnehmern. «Deshalb brauchen wir dafür auch keine Bewilligung der Polizei», so Forrer. Dazu betont er, dass man während der Wanderung nicht zum Konsum von Cannabis aufrufe. «Das ist jedem selber überlassen», so Forrer. «Es wird aber sicher kein Drogenfest.»

Polizei verfolgt Veranstaltung

Auch die St. Galler Kantonspolizei weiss von der Hanfwanderung im Rheintal. Man werde die Veranstaltung und deren Ereignisse verfolgen, so Mediensprecher Hanspeter Krüsi. «Sollte jemand während der Veranstaltung Cannabis konsumieren, wird diese Person verzeigt», sagt Krüsi.

Der erste Marijuana March fand 1999 in New York City statt. Seither hat sich der Anlass über die ganze Welt verbreitet. In über 60 Ländern und über 250 Städten machen sich Aktivisten jeweils im Mai für die Legalisierung und Entkriminalisierung von Cannabis auf den Weg. In Europa hat sich die grösste Wandergruppe in Wien etabliert. Letztes Jahr nahmen dort rund 12'000 Menschen am Marijuana March teil.

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