Ausbrecher-Paar: Kiko bat Magdici, ihn freizulassen
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Ausbrecher-PaarKiko bat Magdici, ihn freizulassen

Hassan Kiko kommt vielleicht doch nicht ungeschoren davon. Die Staatsanwältin will ihn wegen Anstiftung zur Freilassung anklagen.

von
ann
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Der verurteilte Vergewaltiger Hassan Kiko wurde am 12. Mai 2016 von Italien an die Schweiz ausgeliefert. Dort wurde er gleich von der zuständigen Staatsanwältin verhört. Jetzt ist klar: Claudia Wiederkehr will wegen der Flucht der beiden nicht nur Angela Magdici, sondern auch Hassan Kiko anklagen. Ihm wird Anstiftung zur Freilassung vorgeworfen.

Der verurteilte Vergewaltiger Hassan Kiko wurde am 12. Mai 2016 von Italien an die Schweiz ausgeliefert. Dort wurde er gleich von der zuständigen Staatsanwältin verhört. Jetzt ist klar: Claudia Wiederkehr will wegen der Flucht der beiden nicht nur Angela Magdici, sondern auch Hassan Kiko anklagen. Ihm wird Anstiftung zur Freilassung vorgeworfen.

Valentin Landmann hat auf Kikos Wunsch hin dessen Verteidigung übernommen. Der bekannte Zürcher Jurist war in der Vergangenheit immer wieder an der Seite von Angeklagten in aufsehenerregenden Prozessen zu sehen - zuletzt im Zusammenhang mit der Affäre um die Devisengeschäfte des ehemaligen Präsidenten der Schweizer Nationalbank, Philipp Hildebrand.

Valentin Landmann hat auf Kikos Wunsch hin dessen Verteidigung übernommen. Der bekannte Zürcher Jurist war in der Vergangenheit immer wieder an der Seite von Angeklagten in aufsehenerregenden Prozessen zu sehen - zuletzt im Zusammenhang mit der Affäre um die Devisengeschäfte des ehemaligen Präsidenten der Schweizer Nationalbank, Philipp Hildebrand.

Keystone/Alessandro Della Bella
In Chiasso übernahmen am 14. April 2016 Schweizer Polizisten Angela Magdici. Die Gefängnisaufseherin war zusammen mit dem Häftling Hassan Kiko am 9. Februar aus dem Gefängnis Limmattal geflohen. Am Karfreitag wurden die beiden in Italien verhaftet.

In Chiasso übernahmen am 14. April 2016 Schweizer Polizisten Angela Magdici. Die Gefängnisaufseherin war zusammen mit dem Häftling Hassan Kiko am 9. Februar aus dem Gefängnis Limmattal geflohen. Am Karfreitag wurden die beiden in Italien verhaftet.

Corriere del Ticino/Maurizio Gonnella

Der bekannteste Ausbrecher der Schweiz, Hassan Kiko (27), hat ein weiteres Verfahren am Hals. Das bestätigt sein neuer Verteidiger Valentin Landmann. Die Staatsanwaltschaft Limmattal will ihn nun doch wegen des Ausbruchs aus dem Gefängnis Limmattal anklagen. Kiko wird der Anstiftung zur Freilassung beschuldigt. Wie bei der Freilassung von Gefangenen droht ihm deswegen eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren.

Laut Landmann soll Kiko Angela Magdici gebeten haben, ihn freizulassen. Landmann wird auf Freispruch plädieren. «Für uns ist fraglich, ob eine reine Bitte oder Frage bereits eine Anstiftung darstellt», sagt Landmann zu 20 Minuten. Gefängnisaufseherin Magdici hatte dem wegen Vergewaltigung in Sicherheitshaft sitzenden Hassan Kiko am 9. Februar freigelassen und war mit ihm nach Italien durchgebrannt – «aus Liebe» wie sie sagte.

«Im Vergewaltigungsfall plädieren wir auf Freispruch»

Valentin Landmann hat auch die Verteidigung des vor Obergericht hängigen Vergewaltigungsfalles von Kiko übernommen. Dem 27-Jährigen, der schon wegen sexueller Nötigung verurteilt wurde, wird vorgeworfen, ein knapp 16-jähriges Mädchen in ein Auto gelockt und dort vergewaltigt zu haben. Vor Bezirksgericht wurde er schuldig gesprochen. Kiko hat den Fall ans Obergericht weitergezogen. Landmann weiss jetzt schon: «Wir werden auf Freispruch plädieren.»

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