Sexismus-Vorwürfe: «Kill All Rapists»-Graffito sorgt für Streitigkeiten in der linken Szene

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Sexismus-Vorwürfe«Kill All Rapists»-Graffito sorgt für Streitigkeiten in der linken Szene

Eine feministische Frauengruppe wirft der linksautonomen Szene in Bern vor, sich nicht genügend gegen Sexismus auszusprechen. Sie kritisieren, dass ihre Forderungen von Männern aus der Szene nicht ernst genommen werden.

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Dieses Graffiti im Innenhof der Reitschule führte zu Streitigkeiten.

Dieses Graffiti im Innenhof der Reitschule führte zu Streitigkeiten.

Screenshot/Barrikade.info
Es kam zu «verbalen Attacken» und Rechtfertigungsdiskussionen.

Es kam zu «verbalen Attacken» und Rechtfertigungsdiskussionen.

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In zwei Beiträgen prangerten Feministinnen den Umgang mit Sexismus innerhalb der linksautonomen Szene an.

In zwei Beiträgen prangerten Feministinnen den Umgang mit Sexismus innerhalb der linksautonomen Szene an.

Screenshot/Barrikade.info

Darum gehts

  • Ein polemisches Graffiti sorgte in Berns linker Szene für Streitigkeiten.
  • Nachdem einige Aktivisten den Schriftzug übermalt hatten, warf eine Frauengruppe der Szene Sexismus vor.
  • Die Gruppe kritisiert, dass ihre Forderungen von männlichen Personen aus der Szene nicht ernst genommen werden.

In Berns linksautonomer Szene brodelt es. Dass einige Aktivisten ein «Kill All Rapists»-Graffiti in der Reitschule übermalten, brachte das Fass für eine feministischen Frauengruppe zum Überlaufen. In zwei Beiträgen, die auf der Website Barrikado.info veröffentlicht wurden, machten sie ihrem Ärger Luft und verurteilten den Umgang mit dem Thema Sexismus und sexuelle Gewalt innerhalb der eigenen Reihen. Sie kritisieren, dass ihre Forderungen von einigen Männern in der Szene zu wenig ernst genommen werden, wie die «Berner Zeitung» berichtet.

Für die radikale Forderung, alle Vergewaltiger zu töten, erntete die Frauengruppe innerhalb der Szene nämlich harsche Kritik. Es sei zu «verbalen Angriffen» gekommen. Für die Frauengruppe unverständlich: «Provokante Parolen sind in Bern nichts Seltenes», heisst es in einem der Schreiben. Parolen wie «Kill All Nazis» oder «Kill Erdogan» würden von der Szene toleriert, während ihre Parole übermalt werde. Sie werfen der Szene Heuchelei vor. «Feindbilder dürfen diffamiert und angegriffen werden, solange sie sich deutlich ausserhalb des eigenen Dunstkreises befinden», so die Frauengruppe.

Sexismus als gesamtgesellschaftliches Problem

Sexismus in der linken Szene erstaunt Zora Schneider von der kommunistischen Partei der Arbeit (PdA) nicht: «Sexismus ist ein gesamtgesellschaftliches Phänomen», sagt die 34-Jährige gegenüber der «Berner Zeitung». Auch sie habe männliches Dominanzverhalten in Diskussionen schon zu spüren bekommen. Dennoch möchte sie dem Sexismus in linken Kreisen nicht zu viel Gewicht geben, in anderen Kreisen sei dieser deutlich häufiger anzutreffen.

(20M)

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