Neu im Kino: «Kill Bill: Vol. 2»: «Kill Bill 2»: Gewalt mit viel Gefühl
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Neu im Kino: «Kill Bill: Vol. 2»«Kill Bill 2»: Gewalt mit viel Gefühl

«Kill Bill: Vol. 2» ist wieder grosses Tarantino-Kino mit einer unerwarteten gefühlvollen Ebene.

Aus dem ersten «Kill Bill»-Teil kennen wir sie als die Braut oder Black Mamba – jetzt hat sie auch einen richtigen Namen: Die Rede ist von Uma Thurman – in «Vol. 2» heisst sie Beatrix Kiddo. Zur Erinnerung: Beim Probelauf ihrer Hochzeit wurde sie von der Deadly Viper Assassination Squad (DVAS) ins Koma geschossen – und die Hochzeitsgesellschaft umgebracht. Aus der Bewusstlosigkeit erwacht, schwor die Braut Rache und metzelte in «Vol. 1» an die 100 DVAS-Mitglieder nieder.

Noch drei sind am Leben: Elle Driver (Darryl Hannah), Budd (Michael Madsen) und Bill (David Carradine), der Kopf der DVAS. In «Vol. 2» geht es nun diesen drei an den Kragen. Aber während den 137 Filmminuten geht es noch um viel mehr: Um die Hintergründe von Bills Tat, um das triste Leben des DVAS-Members Budd und um die gemeinen Machenschaften von Elle Driver.

Regisseur Tarantino inszenierte den zweiten «Kill Bill»-Teil auf eine viel ruhigere Weise als Teil eins. Näher beim Italo-Western à la Sergio Le-one als bei einem Hongkong-Action-Streifen, setzte er auf lange Dialoge und kurze, aber harte Action-Sequenzen. Letztere sind brillant, die Dialoge etwas zu stark auf «Pulp Fiction»-90er-Coolness getrimmt und wirken etwas verstaubt. Nicht aber dann, wenn Kiddo in der letzten halben Stunde auf Bill und ihre Tochter trifft. Der Rachestreifen entwickelt sich in dieser Endphase zu einem raffiniert gefühlvollen Beziehungsdrama mit viel Menschlichkeit und Wärme, die man Tarantino nicht zugetraut hätte. Aber keine Angst, liebe Tarantino-Fans: Der Film ist trotz Gefühlsduselei keine Sekunde lang langweilig.

Benjamin Bögli

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