Aktualisiert 09.02.2015 10:26

Ausbruch in China

Killervirus rafft Pandas dahin

Tagelang haben Pfleger um sein Leben gerungen, jetzt ist auch ein vierter Panda in einer Aufzuchtstation in China an einem gefährlichen Virus gestorben.

von
jcg
Bereits vier Pandas mussten in China am Virus sterben.

Bereits vier Pandas mussten in China am Virus sterben.

Ein Tiervirus hat Pandabären in China befallen und vier von ihnen getötet. Das jüngste Opfer des Canine Staupevirus (siehe Box) war der sechs Jahre alte Pandabär Feng Feng (Phönix), der an Herzversagen starb.

Ärzte hätten bis zuletzt um sie gekämpft, aber Herz, Leber, Nieren und Lunge seien bereits schwer geschädigt gewesen, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua in der Nacht zum Freitag. Panda-Forscher Hu Jinchu nannte das Virus in einem Interview den gefährlichsten «Panda-Killer».

Seit Ausbruch des Virus in einer Aufzuchtstation in der Millionenstadt Xi'an im Dezember waren schon drei Tiere dem Erreger erlegen, ein weiteres überlebte den Infekt. Bislang sind keine weiteren Infektionen mit dem Virus nachgewiesen worden.

Trotzdem sprechen Fachleute vom schlimmsten Ausbruch des Virus in China. Sie sind sich einig, dass dieser Ausbruch schlimmer ist als der letzte in den 1990er-Jahren in Chongqing in Südwestchina.

Das jetzt betroffene Zentrum nahe Xi'an, das 25 Pandas beherbergt, wurde geschlossen. Alle gesunden Tiere wurden in andere Stationen verlegt.

Ursache des Ausbruchs unklar

Noch ist völlig unklar, was den Ausbruch des Virus verursacht hat. Manche Experten machen den engen Kontakt mit Menschen dafür verantwortlich. Die übrigen Aufzuchtstationen sind in Alarmbereitschaft, manche haben vorläufig Besuche von Touristen abgesagt.

Andere Experten vermuten hingegen, dass infizierte Tiere in das Gehege gelangt sein könnten. Die Krankheit tritt oft bei Hunden und Wildtieren auf. Die Übertragung des Virus erfolgt meist über Körperflüssigkeiten beziehungsweise infizierte Nahrung oder Wasser.

Wenn erste Symptome wie Infektionen der Atemwege, Fieber oder Lungenentzündung auftreten, liegt die Chance, den Panda noch zu retten, bei etwa 20 Prozent. Wenn aber auch das Nervensystem betroffen ist, fällt die Überlebenschance unter 5 Prozent.

Bedrohter Lebensraum

Pandas werden bis zu 1,80 Meter lang und haben eine Schulterhöhe von bis zu 90 Zentimetern. Männchen werden bis zu 160 Kilogramm schwer. Die Bären leben hauptsächlich in den Bergen Zentralchinas.

Aufgrund von Rodungen für die Landwirtschaft haben die Tiere einen Grossteil ihres Lebensraumes verloren. Ihr Bestand wird auf 1600 geschätzt. Seit einigen Jahren unterstützt Chinas Regierung die Einrichtung von Schutzgebieten für die Tiere und fördert die Zucht in staatlichen Forschungsstellen. (jcg/sda)

Staupe

Die Staupe wird durch das Canine Staupevirus (CDV, Canine Distemper Virus) ausgelöst. Es ist eng mit dem Masernvirus verwandt.Die Krankheit kann bei Hunden, Mardern, Stinktieren, Robben und Kleinbären auftreten. Symptomatisch ist hohes Fieber, dazu können Durchfall und Erbrechen oder Atemwegsprobleme auftreten. Im weiteren Verlauf kann die Krankheit auf das Nervensystem übergreifen, was meist den Tod des Tieres zur Folge hat. Vor einer Ansteckung schützt eine Impfung.

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