Aktualisiert 12.01.2016 07:37

Propaganda-LärmKim dröhnt mit voller Macht zurück

Nordkoreas Machthaber antwortet auf Südkoreas Beschallung an der Grenze – mit eigenen Lautsprechern. Ganz mit dem Süden mithalten kann Kim Jong-un aber nicht.

von
cfr

Nach Nordkoreas neustem Bombentest beschallt Südkorea den Norden über die abgeriegelte Grenze – mit Nachrichten, Wettervorhersagen und K-Pop. Jetzt reicht es Machthaber Kim Jong-un: Nachdem er dem Süden am Wochenende mit Krieg drohte, setzt er nun auch auf Propaganda und dröhnt zurück.

Dazu liess Kim weitere Lautsprecher an der Grenze zum Süden aufstellen. Hatte Nordkorea zuvor an zwei Orten Lautsprecher installiert, schalle es nun von allen Orten, an denen auch Südkorea sende, berichtete ein anonymer Regierungsbeamter aus Seoul der Nachrichtenagentur Yonhap. Insgesamt seien das elf Standorte entlang der entmilitarisierten Zone.

«Ton ist ziemlich schwach»

Rund um die Uhr dröhnt es mittlerweile also von beiden Seiten, «psychologische Kriegsführung aus den Zeiten des Koreakriegs», schreibt dazu Welt.de. Vom Norden würden interne Propaganda und patriotische Lieder gesandt, die Kim Jong-un anpreisen – dazu Angriffe gegen die südkoreanische Präsidentin Park Geun-hye.

Unterscheiden würde sich die Beschallung in der Qualität, berichtet eine andere Quelle aus der südkoreanischen Regierung: Der Ton der Nordkoreaner sei «ziemlich schwach» – «wir sind nicht sicher, ob es eine Frage der Elektrizitätsversorgung ist oder ob die Lautsprecher schlecht sind.»

Artillerie und Waffensysteme an Grenze stationiert

Südkorea hat ausserdem an den Orten, an denen Propaganda-Lautsprecher in Betrieb sind, seine Soldaten in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Seoul stationierte Raketen, Artillerie und andere Waffensysteme unweit der Grenze.

Als Südkorea zuletzt im Sommer seine Propaganda-Lautsprecher einsetzte, kam es zu Artilleriefeuer, der Norden drohte mit Krieg. Erst nach langen Verhandlungen einigten sich die beiden Länder auf eine Deeskalation.

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