Nordkorea: Kim Jong-un spendiert seiner Lieblingssprecherin eine Luxuswohnung
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NordkoreaKim Jong-un spendiert seiner Lieblingssprecherin eine Luxuswohnung

Ri Chun-hee ist wegen ihrer dramatisch vorgetragenen Nachrichtenbeiträge seit Jahren die Stimme der nordkoreanischen Staatspropaganda. Nun ist die «Dame in Pink» mit einem schicken Eigenheim belohnt worden.

Wegen ihrer an Dramatik kaum zu überbietenden Stimme ist Ri Chun-hee über die Grenzen Nordkoreas hinaus bekannt geworden.

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Darum gehts

Die bekannte nordkoreanische Fernsehsprecherin Ri Chun-hee hat von der Regierung ein schickes Eigenheim bekommen. Machthaber Kim Jong-un habe Ri in ihrer neuen Luxuswohnung in einem am Mittwoch eröffneten Wohnkomplex getroffen und sie gebeten, ihre energische Stimme weiter in den Dienst der Staatspartei zu stellen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA. Die revolutionäre Sprecherin Ri sei ein Schatz des Landes und solle nichts entbehren. 

Charakteristisch für Ri ist ihr emotionaler und manchmal hasserfüllter Tonfall, der als «leidenschaftlich», «bedrohlich» und «aggressiv» beschrieben wird. Als charakteristisch gilt der melodramatische Stil ihrer Verkündigungen. Die Führung wird von ihr in überschwänglichem Ton gepriesen, angefeindete Staaten kritisiert sie mit sichtbarem Ärger.

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Ri Chun-hee war Anfang der 70er-Jahre zum Staatsfernsehen gekommen.

Ri Chun-hee war Anfang der 70er-Jahre zum Staatsfernsehen gekommen.

Screenshot/Youtube
Wegen ihrer dramatisch vorgetragenen Nachrichten hat sie über die nordkoreanischen Grenzen hinaus Bekanntheit erlangt.

Wegen ihrer dramatisch vorgetragenen Nachrichten hat sie über die nordkoreanischen Grenzen hinaus Bekanntheit erlangt.

Screenshot/Youtube
Hier verkündet Ri den Tod von Kim Il-sung 1994.

Hier verkündet Ri den Tod von Kim Il-sung 1994.

Screenshot/Youtube

Zu Kim Jong-un demonstriert sie ein enges Verhältnis

Die heute etwa 79-jährige Ri war Anfang der 70er-Jahre zum Staatsfernsehen gekommen und wurde im Laufe der Jahre zum Gesicht der propagandageladenen Nachrichtensendungen, denen sie mit Schall und Brausen in der Stimme Nachdruck verlieh. Im Ausland wurde sie wegen ihrer Kleidung auch als «Dame in Pink» bekannt und bisweilen ins Lächerliche gezogen. 2011 bat ein taiwanischer Fernsehsender um Entschuldigung, weil eine seiner Sprecherinnen in Ris Tonfall den Tod des damaligen nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-il verkündet hatte.

Zu dessen Sohn und Nachfolger Kim Jong-un demonstriert Ri bei offiziellen Terminen ein enges Verhältnis. Im vergangenen Jahr stand sie bei einer Militärparade neben ihm und bei einem Fototermin war sie die Erste, der Kim die Hand schüttelte. Ihr neues Heim sei wie ein Hotel, sagte sie. Ihre Angehörigen hätten Tränen der «Dankbarkeit über die Fürsorge der Partei» vergossen und die ganze Nacht keinen Schlaf gefunden. Die Residenzen wurden laut KCNA verdienten Angestellten im Partei- und Staatsdienst zur Verfügung gestellt. 

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(DPA/job)

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