Vizeminister hingerichtet: Kim lässt Gegner mit Flammenwerfer töten
Aktualisiert

Vizeminister hingerichtetKim lässt Gegner mit Flammenwerfer töten

Schergen des nordkoreanischen Diktators Kim Jong-un sollen einen Vizeminister mit dem Flammenwerfer exekutiert haben.

von
sut

Wenn es um die Entfernung politischer Gegner geht, macht Kim Jong-un kurzen Prozess. Wie eine angesehene südkoreanische Zeitung berichtet, hat der Machthaber des kommunistischen Nordkorea in den letzten Tagen ein ganzes Ministerium schliessen und dort elf hochrangige Beamte töten lassen. O Sang-hon, ein Vizeminister im Sicherheitsdepartement, soll mit einem Flammenwerfer lebendig verbrannt worden sein.

Wenn sie stimmt, illustriert die grausige Geschichte die Brutalität, mit der Kim gegen die Gesinnungsgenossen seines exekutierten Onkels Jang Song-thaek vorgeht. Der seit Dezember 2011 herrschende Enkel von Staatsgründer Kim Il-sung hatte den machtvollen Onkel vor vier Monaten hinrichten lassen. In der Folge brachte er dessen Familie um und entfernte alle Spuren Jangs aus den offiziellen Akten. Mit der neuen Säuberungswelle ging Kim jetzt gegen die gesamte Entourage des Onkels vor, der zu Lebzeiten die graue Eminenz Nordkoreas gewesen war.

Frühere Meldungen oft falsch

Vom Flammenwerfer als Exekutionsmethode berichtet eine anonyme Quelle. Deshalb ist die Nachricht mit Vorsicht zu geniessen. Wie die «Washington Post» aufzählt, haben schon verschiedene Male Falschmeldungen aus Kims Reich der Dunkelheit die Runde gemacht, weil westliche Medien gern Schrilles über Nordkorea verbreiten.

Anfang Jahr wurde inkorrekt vermeldet, Kim habe 120 hungrige Hunde auf politische Rivalen losgelassen. Laut «Post» erhielt die ursprüngliche Nachricht auf der Website des amerikanischen TV-Senders NBC 44'000 «Likes». Der Rückzieher drei Tage später kam auf kaum 200.

Haarige Geschichte wohl unwahr

Eine zweite Falschmeldung wollte weismachen, dass Kim den Männern in seinem Reich eine Frisur verordnete. Nordkoreanische Studenten sollten hinfort wie er selbst das Haar seitlich kurz scheren und oben auf dem Kopf eine Party-Tolle belassen. Doch auch diese Meldung erwies sich als wahrscheinlich inkorrekt.

Die neuste Horrorstory könnte jedoch stimmen, urteilt die «Post». Sie stammt von einer üblicherweise verlässlichen Quelle. Sie sagt voraus, dass die Säuberungen weitergehen werden. Als Nächstes, heisst es, sollen in einer dritten Welle die Anhänger des Onkels in den Provinzsektionen der nordkoreanischen Arbeiterpartei an der Reihe sein.

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