Aktualisiert 30.08.2013 14:33

Wegen Sex-TapesKim liess die Liebe seines Lebens erschiessen

Sie war ein Star in Nordkorea – und einst die Freundin von Kim Jong-Un. Ein Sexskandal soll der Frau jetzt das Leben gekostet haben: Der Diktator hat sie exekutieren lassen.

von
gux

In Nordkorea kennt jeder ihren Namen: Hyon Song Wol war einer der singenden Stars im berühmten Unhasu-Orchester. Hyon Song Wol betörte aber auch den Teenager Kim Jong-Un. Er war vor rund zehn Jahren mit der Sängerin liiert. Doch Vater Kim Jong-Il verweigerte den beiden den Segen, sodass das Paar sich trennte – um heimlich eine Affäre zu haben.

Selbst als Kim die Nachfolge seines Vaters antrat und bald darauf die schöne Ri Sol Ju heiratete, sollen sich Kim und Hyon Song Wol noch getroffen haben, heisst es. Erst ein Machtwort der jungen Diktatoren-Ehefrau, die einst ebenfalls Mitglied des Unhasu Orchesters war, entzweite die beiden.

Maschinengewehr-Exekution

Jetzt meldet die grösste südkoreanische Zeitung «Chosun Ilbo» den Tod von Hyon Song Wol. Die Sängerin, die ihrerseits einen Offizier geheiratet hatte, soll in einen Sexskandal verwickelt gewesen – und deswegen zusammen mit elf anderen Künstlern von einem Erschiessungskommando hingerichtet worden sein. Die Angehörigen der Erschossenen hätten die Maschinengewehr-Exekutionen mitansehen müssen und seien dann in die berüchtigten Straflager des Landes verbannt worden, so die südkoreanische Zeitung.

Das Todesurteil gegen die Sänger, Musiker und Tänzer gründete offenbar auf dem Verstoss gegen die Pornografiegesetze des Landes. Angeblich produzierte die Künstlertruppe Sex-Videos, die sie dann in China verkaufen wollte. Schlimmer noch: Bei einigen der Künstler soll die Polizei Bibeln gefunden haben – was sie als politische Dissidenten verriet. Da christliche Südkoreaner sich stark als Fluchthelfer-Organisationen für Nordkoreaner engagieren, sind sie im Norden erst recht des Teufels.

«Erpicht, Machtanspruch zu festigen»

Die südkoreanische Zeitung zitiert einen nicht namentlich genannten Informanten mit den Worten: «Kim Jong-Un eliminiert gnadenlos jeden, der seine Autorität untergraben könnte. Diese Hinrichtungen zeigen, wie erpicht er darauf ist, seinen Machtanspruch zu festigen», sagte ein anonymer Informant gegenüber der «Chosun Ilbo».

Die südkoreanische Zeitung, die älteste des Landes, gilt gemeinhin als seriös und gut informiert. Falls die tragische Geschichte über die Exekution des Diktatoren-Liebchens tatsächlich stimmt, zerstört dies die Hoffnungen, Kim Jong-Un könnte ein fortschrittlicherer Herrscher als sein Vater werden.

Einer der Hits von Hyon Song Wol:

(Quelle: Youtube/Fumbuck)

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