Kimi Räikkönen mit 300 km/h verunfallt
Aktualisiert

Kimi Räikkönen mit 300 km/h verunfallt

Das McLaren-Mercedes-Duo Fernando Alonso und Lewis Hamilton hat das Training zum Grossen Preis von Italien dominiert. Überschattet wurde das Training von einem schweren Unfall von Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen.

Ein spektakulärer Unfall des Ferrari-Piloten Kimi Räikkönen, der dabei unverletzt blieb, führte zu einer 21 Minuten langen Unterbrechung. Der Rennwagen wurde allerdings stark beschädigt. Räikkönen prallte eingangs der Ascari-Kurve erst parallel in die Leitplanke und dann beinahe frontal in einen Reifenstapel. Wegen einer Bodenwelle hatte ein Hinterrad den Bodenkontakt verloren. Der Finne fuhr mit etwa 300 Stundenkilometern.

Glück hatten auch die am Unfallort stehenden Streckenposten: Nur ganz knapp schossen mehrere umherfliegende Teilen des Ferrari-Boliden an ihnen vorbei. Niemand wurde verletzt. Auch Räikkönen selbst konnte nach dem heftigen Crash aus seinem stark beschädigten Ferrari steigen. Die Formel-1-Ärzte fuhren ihn zur Untersuchung ins Spital. Am Auto muss das Chassis gewechselt werden. In der Mittagszeit wurde der Motor des schwer beschädigten Autos in den Ersatzwagen eingebaut, womit die strafweise Rückversetzung des Finnen um zehn Plätze vermieden wurde. Ein Start morgen scheint nach ersten Prognosen nicht unwahrscheinlich.

McLaren dominiert

Die beiden McLaren-Mercedes-Fahrer haben im Qualifying zum Grand Prix von Italien ihren Widersachern von Ferrari eine Lektion erteilt. Fernando Alonso und Lewis Hamilton werden in Monza aus der ersten Reihe starten. Sie schlugen Felipe Massa um mehr als eine halbe Sekunde. Nick Heidfeld liess im BMW-Sauber Kimi Räikkönen hinter sich, und Robert Kubica wurde Sechster.

Das vorliegende Ergebnis hatte sich in der Vorwoche abgezeichnet. Die McLaren waren in den Testfahrten in Monza an allen vier Tagen am schnellsten unterwegs gewesen. Am Samstag war Alonso im zweiten Teil der Qualifikation mit 1:21,356 für die Tagesbestzeit besorgt; als es um die Pole-Position ging, erreichte der Spanier 1:21,997, womit er den WM-Leader Hamilton um 0,034 Sekunden übertraf. Alonso unterbot als einziger Fahrer Kimi Räikkönens Vorjahrsbestzeit von 1:21,484. Der Weltmeister startet am Sonntag zum 17. Mal vom ersten Platz zu einem Rennen, aber erst zum zweiten Mal in dieser Saison nach Monte Carlo.

Das BMW-Sauber-Duo hatte vermutlich insgeheim ein wenig mehr erhofft als den 4. und den 6. Platz. Die Ansprüche sind gestiegen; noch vor wenigen Monaten wären alle mit dem Erreichten überglücklich gewesen. Die blau-weissen Boliden erscheinen gleichwohl an der Spitze einer Statistik: Heidfeld wurde am Ende der Zielgeraden mit 349 km/h gestoppt, Kubica mit 348 km/h. Das bedeutet auch, dass Alonso, Hamilton und Massa die Schikanen und die Kurven zwischen den Hochgeschwindigkeitsabschnitten um einige Sekundenbruchteile schneller durchmassen.

Nick Heidfeld büsste in der entscheidenden Runde nach eigenem Ermessen rund zwei Zehntelsekunden wegen eines Fehlers in der letzten Kurve ein, war jedoch mit dem 4. Platz zufrieden. «Mehr lag ohnehin nicht drin», sagte der Deutsche. «Wenn mir der Start so gut gelingt wie meistens in den letzten Rennen und ich die erste Kurve heil überstehe, kann ich vielleicht um einen Platz auf dem Podest kämpfen.» Kubica fühlt sich im Hinblick aufs Rennen ebenfalls gut gerüstet, obschon auch er auf der schmutzigeren Seite der Fahrbahn starten muss. Im direkten Vergleich der Startplätze dieses Jahres liegt der Pole gegenüber Heidfeld nunmehr 4:8 im Rückstand.

Grand Prix von Italien in Monza. Startaufstellung: 1 Fernando Alonso (Sp), McLaren-Mercedes. 2 Lewis Hamilton (Gb), McLaren-Mercedes, 0,037 zurück. 3 Felipe Massa (Br), Ferrari, 0,552. 4 Nick Heidfeld (De), BMW-Sauber, 1,177. 5 Kimi Räikkönen (Fi), Ferrari, 1,186. 6 Robert Kubica (Pol), BMW-Sauber, 1,449. 7 Heiki Kovalainen (Fi), Renault. 8 Nico Rosberg (De/Fi), Williams-Toyota. 9 Jarno Trulli (It), Toyota. 10 Jenson Button (Gb), Honda. Ferner: 15 Giancarlo Fisichella (It), Renault. 16 Sebastian Vettel (De), Toro Rosso-Ferrari. 18 Ralf Schumacher (De), Toyota. (si)

Qualifying wird modifiziert

Am Mittwoch ist eine aus leitenden Teammitgliedern zusammengesetzte Arbeitsgruppe zur Einsicht gelangt, dass der dritte, vor geraumer Zeit von 20 auf 15 Minuten verkürzte Teil des Qualifyings in der Formel 1 einer weitere Modifikation bedarf.

Ab 2008 soll das Prozedere abermals gestrafft werden und zudem das Rennen mit jener Benzinmenge aufgenommen werden, die sich am Ende der Qualifikation im Tank befindet. Zur Zeit ist der Tankinhalt v o r dem dritten Abschnitt massgebend. Das verbrauchte Benzin darf gemäss eines von der jeweiligen Strecke abhängigen Faktors (in Monza 2,70 kg pro absolvierte Runde) vor dem Rennen nachgefüllt werden. Dies hat zur Folge, dass die Fahrer im Schlussabschnitt des Qualifyings zunächst nur aufs Treibstoffverbrennen aus sind, um im entscheidenden Moment über ein möglichst leichtes Auto zu verfügen. Der Vorschlag wird nun dem Weltrat der FIA unterbreitet, der von seinem Vetorecht in dieser Sache kaum Gebrauch machen wird.

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