Gefangener US-Bürger: Kims Geisel bildete im Koreakrieg Partisanen aus
Aktualisiert

Gefangener US-BürgerKims Geisel bildete im Koreakrieg Partisanen aus

Jetzt wird klar, warum der 85-jährige Merrill Newman in Nordkorea festgehalten wird: Er war dort während des Krieges in einer Spezialeinheit, die Partisanen ausbildete.

Vor wenigen Tagen meldeten die nordkoreanischen Behörden, dass sich der seit Ende Oktober im Land festgehaltene US-Bürger Merrill Newman für im Land begangene «Kriegsverbrechen» und «feindselige Akte» bei seinem jüngsten Besuch entschuldigt habe. Sie veröffentlichten ein Video, das den Rentner beim Vorlesen eines – vermutlich nicht von ihm verfassten – entsprechenden Statements zeigt. Die Welt war empört, dass das Regime einen alten Mann gefangenhält, der aus nostalgischen Gründen nach rund 60 Jahren in das Land zurückreiste, in dem er einst als Soldat gekämpft hatte.

White Tigers bildeten Partisanen aus

Doch nun sind Tatsachen bekannt geworden, die das Vorgehen der Nordkoreaner in einem anderen Licht erscheinen lassen. Denn Merrill Newman war kein einfacher Marineinfanterist, sondern leitete als Mitglied der US-Einheit 8240, den sogenannten White Tigers, im Koreakrieg Partisanen in ihrem Kampf gegen den kommunistischen Norden an, wie die «Daily Mail» berichtet. Die Angehörigen der Kuwol genannten Einheit hatten die Aufgabe, tief hinter den feindlichen Linien Informationen zu sammeln, Überfälle und Sabotageakte durchzuführen oder Gefangene zu befreien.

Manche Mitglieder der Kuwol wurden zur Tarnung in nordkoreanische Uniformen gesteckt, einige erhielten Ausbildungen als Fallschirmjäger. Newman bildete sie aus und versorgte sie mit Waffen, Nahrung und Kleidern. An Kampfeinsätzen war er allerdings nicht beteiligt.

Warum reiste Newman nach Nordkorea?

In Südkorea werden die Kuwol noch heute als Helden gefeiert – doch in Nordkorea sind sie immer noch verhasst, was auch Newman gewusst haben muss. Sein Name war in Nordkorea noch vor Ende des Krieges 1953 bekannt: Laut Newmans früherem Kameraden Kim Chang-sun, einem einstigen Kuwol-Kämpfer, fiel dem Norden die Namensliste des gesamten Regiments in die Hände. «Sie halten ihn fest, weil er im Kuwol-Regiment diente», so Chang-sun. «Für sie ist er einfach ein ‹very bad guy›.»

Auch Newmans einstiger Waffenbruder Ben Malcolm, der ein Buch über diese Zeit verfasst hat, kann nicht verstehen, dass Newman das Risiko einer Reise nach Nordkorea auf sich genommen hat: «Ich würde niemals wieder dorthin reisen. Die kennen mich dort noch immer», sagte Malcolm.

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