Schiessplatz in GE: Kims Offiziere schiessen in der Schweiz
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Schiessplatz in GEKims Offiziere schiessen in der Schweiz

Nordkoreanische Militär-Studenten nehmen an Schiessübung in Genf teil. Die Nationalrätin Chantale Galladé fordert eine «lückenlose Aufklärung».

von
ale
Der SonntagsBlick

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In Chancy GE auf dem Schiessplatz fand am letzten Donnerstag eine Schiessübung mit ungewöhlichen Teilnehmern statt. Studenten des Genfer Zentrums für Sicherheitspolitik (GCSP) durften mit einem Sturmgewehr 90 und der Militärpistole 75 auf eine Wand aus Sand und Kies feuern. Unter ihnen befanden sich zwei Offiziere aus Nordkorea.

Die Gruppe bestehend aus rund 15 Personen wurde begleitet von Vertretern der Schweizer Armee. Diese instruierten die ausländischen Offiziere, Diplomaten und Regierungsvertreter beim Schiessen mit dem Sturmgewehr 90 und der Militärpistole 75. Auf Anfrage des «SonntagsBlick» bestätigt das Verteidigungsdepartement (VBS) das Schiesscamp mit Schweizer Armeewaffen.

Schiessübung für Studenten absurd

Ein Schweizer Student soll den Anlass organisiert haben, um «den Teamgeist zu fördern». Das Departement von Ueli Maurer habe keine Kenntnis von diesem Anlass gehabt. Wer die Munition bezahlte, konnte das VBS nicht beantworten – interne Abklärungen seien noch im Gange.

Der Anlass stösst in Bern auf Unverständnis. SP-Sicherheitspolitikerin Chantal Galladé kritisiert die Schiessübungen der ausländischen Studenten in Genf: «Wenn die Armee von dieser Schiessübung gewusst hat, ist es ein Skandal.» Es sei absurd, wenn Studenten von Schulen, die Friedensförderung zum Ziel haben, an bewaffneten Übungen teilnehmen.

Die Nationalrätin fordert eine «lückenlose Aufklärung». VBS-Chef Ueli Maurer müsse sich spätestens in der Sicherheitspolitischen Kommission ausführlich erklären.

Auch bei GLP-Nationalrat Roland Fischer sieht keinen Grund für die Übung: «Es ist nicht die Aufgabe von Schweizer Instruktoren, ausländische Kursteilnehmer an Armeewaffen zu schulen.» Überhaupt sei er davon ausgegangen, dass sich diese mit Sicherheitspolitik beschäftigen – zum Beispiel mit den Genfer Konventionen. Dass sie an einer Schiessübung teilnehmen, sei fragwürdig.

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