Staad SG: «Sie schrie und schrie und hörte nicht auf»
Publiziert

Staad SG«Sie schrie und schrie und hörte nicht auf»

In Staad SG kam es am Montagmittag zu einem Unfall bei einem Bahnübergang. Ein Bub (3) befand sich auf den Gleisen, als ein Zug heranfuhr. Laut Kapo SG wurde er durch den Luftstoss an einen Zaun gedrückt und unbestimmt verletzt.

von
Tabea Waser
Jeremias Büchel

Hier kam es zum Unfall.

Video: 20 Minuten

Darum gehts

  • In Staad SG kam es am Montagmittag zu einem Unfall.

  • Ein Kind befand sich auf den Gleisen, als ein Zug sich näherte.

  • Laut Polizei drückte der Luftstoss des Zuges das Kind an einen Zaun.

  • Das Kind wurde ins Spital gefahren.

«Kurz vor 12 Uhr sah ich, wie der Zug kam und hörte ihn pfeifen», berichtet ein News-Scout aus Staad SG. Dann habe sie Kinder herumrennen sehen. Eine Nachbarin habe ihr dann erzählt, dass sich ein Kind auf den Gleisen befand und verletzt wurde.

1 / 5
In Staad SG kam es am Montagmittag zu einem Unfall. 

In Staad SG kam es am Montagmittag zu einem Unfall.

News-Scout
Involviert ist ein Kind, das sich auf den Gleisen befand. 

Involviert ist ein Kind, das sich auf den Gleisen befand.

News-Scout
Ein 3-jähriger Bub wurde beim Bahnübergang am Blattenweg vom Fahrtwind eines vorbeifahrenden Zug der Südostbahn erwischt und gegen einen Zaun gedrückt. 

Ein 3-jähriger Bub wurde beim Bahnübergang am Blattenweg vom Fahrtwind eines vorbeifahrenden Zug der Südostbahn erwischt und gegen einen Zaun gedrückt.

Kapo SG

Eine weitere Anwohnerin hat das Pfeifen des Zuges ebenfalls gehört. «Ich war gerade dabei, entspannt ein Buch zu lesen», so die 51-Jährige. Dann habe sie den Pfiff gehört. «Vor Schreck habe ich das Buch verworfen. Es ging durch Mark und Bein. Ich wusste genau, dass jetzt etwas Schlimmes passiert ist.» Sie wohne schon lange hier, habe schon miterlebt, wie Autos zwischen den Barrieren eingeklemmt waren und ein Hund vom Zug erwischt wurde, aber so einen langen Pfeifton habe sie noch nie gehört.

Von Luftdruck weggeschleudert

Wie Hanspeter Krüsi, Leiter Kommunikation der Kantonspolizei St. Gallen, auf Anfrage sagt, wurde ein dreieinhalbjähriges Kind verletzt. Der Bub war zu Fuss und in Begleitung einer Familienangehörigen auf dem Blattenweg unterwegs Richtung Hauptstrasse. Beim Bahnübergang war die Schranke bereits gesenkt. Der Bub lief unter der Schranke durch und begab sich auf die Gleise, wie es in einer Mitteilung der Kapo SG heisst.

Die Lokführerin des heranfahrenden Zuges der Südostbahn, der von Sargans Richtung Rorschach fuhr, sah ihn und leitete eine Vollbremsung ein. Der Dreijährige war im Begriff, die Gleise wieder zu verlassen und prallte wegen des entstandenen Luftdruck des Zuges gegen einen Haag. Der Zug kam einige Meter nach dem Bahnübergang zum Stillstand. «Wir gehen derzeit davon aus, dass es nicht zur einer Kollision zwischen dem Zug und dem Kind kam», so Krüsi. Der Bub wurde mit unbestimmten Verletzungen durch den Rettungsdienst ins Spital gebracht. Der Zugverkehr musste während rund einer Stunde eingestellt werden. Alle Passagiere des betroffenen Zuges konnten beim Bahnhof Rorschach umsteigen.

«Nach dem Vorfall habe ich die Frau schreien hören. Sie schrie und schrie und hörte nicht auf», berichtet eine Anwohnerin über die Verwandte, die den Bub begleitete. Da sie offenbar kein Deutsch gesprochen habe, seien dann andere Anwohner herbeigeeilt, um zu übersetzen.

Ein Nachbar, der beim Übersetzen half, sagt gegenüber 20 Minuten, dass den Vorfall auch zahlreiche Schulkinder mitbekommen haben. «Sie waren auf dem Heimweg. Auch meine Kinder waren dabei und kamen geschockt nach Hause.»

Barriere ständig geschlossen

Wie eine Anwohnerin weiter berichtet, ist die Barriere dort immer wieder und lange geschlossen. Sie sehe deshalb oft, wie Personen den Bahnübergang noch überqueren, wenn bereits die Warnlichter blinken. Ein 20-Minuten-Reporter vor Ort macht die gleiche Beobachtung. Laut einem anderen Anwohner müsste hier schon längst eine Unterführung gebaut werden. Das sei viel sicherer, auch für die Schulkinder.

Nebst mehreren Patrouillen der Kantonspolizei St. Gallen waren zwei Rettungsteams, der Notarzt sowie die zuständige Staatsanwältin im Einsatz.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, ein Trauma?

Hier findest du Hilfe:

Pro Mente Sana, Tel. 0848 800 858

Angehörige.ch, Beratung und Anlaufstellen

Pro Juventute, Tel. 147

Deine Meinung