Aktualisiert 07.12.2010 07:19

Vor dem Samichlaustag

Kind in Babyfenster gelegt

Am Sonntag wurde ein Neugeborenes ins Babyfenster des Spitals Einsiedeln gelegt. Die Zukunft des kleinen Mädchens ist offen.

von
Rahel Schnüriger
Die stellvertretende Direktorin Erika Steiner vor dem Babyfenster im Spital Einsiedeln. (Bild: Rahel Schnüriger)

Die stellvertretende Direktorin Erika Steiner vor dem Babyfenster im Spital Einsiedeln. (Bild: Rahel Schnüriger)

Das Neugeborene wurde am zweiten Adventssonntag um 11.45 Uhr in das Babyfenster gelegt. «Das Mädchen war in eine warme Decke eingewickelt und ist kerngesund», sagt Erika Steiner, stellvertretende Direktorin des Spitals. Es wird in ein paar Tagen vom Spital vorübergehend in eine Pflegefamilie gebracht, bis geeignete Adoptionseltern gefunden sind. «Wir hoffen aber, dass sich die Mutter vorher meldet», so Steiner. Eine Nachricht lag keine im Babyfenster.

Bezirksammann Beat Bisig durfte dem Mädchen einen Namen geben. Dieser wird zwar streng geheim gehalten, Bisig verriet 20 Minuten aber: «Ich habe einen Namen ausgesucht, der etwas mit Leben und Glück zu tun hat.» Es ist bereits das dritte Findelkind, das der Bezirksammann «tauft».

Das Babyfenster soll Müttern in Notsituationen helfen und Aussetzungen oder gar Tötungen verhindern. Sie können ihr Kind zurückfordern, solange noch keine Adoption vorgenommen wurde. Wie überprüft wird, ob es sich dann tatsächlich um die leibliche Mutter handelt, wollte die Vormundschaftsbehörde gestern nicht sagen. Seit 2001 wurden sechs Neugeborene ins Babyfenster gelegt.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.