Inselspital: Kind mit Metall-Frosch in Speiseröhre eingeliefert
Aktualisiert

InselspitalKind mit Metall-Frosch in Speiseröhre eingeliefert

Einen ungewöhnlichen Gegenstand entdeckten Ärzte bei einem Kind in der Speiseröhre: Das Mädchen hatte ein Frosch-Amulett verschluckt.

von
Nadine Ellis
1 / 3
Das Röntgenbild zeigt, wo der Froschanhänger in der Speiseröhre des Mädchens «hingeklettert» war.

Das Röntgenbild zeigt, wo der Froschanhänger in der Speiseröhre des Mädchens «hingeklettert» war.

zvg
Der Stein, der durch Wärme seine Farbe verändert, hatte die Neugier des fast 8-jährigen Mädchens erweckt.

Der Stein, der durch Wärme seine Farbe verändert, hatte die Neugier des fast 8-jährigen Mädchens erweckt.

zvg
Das Amulett musste unter Narkose aus der Speiseröhre des Mädchens entfernt werden.

Das Amulett musste unter Narkose aus der Speiseröhre des Mädchens entfernt werden.

zvg

Bei dieser «Chrott im Hals» hilft auch kein Räuspern mehr: Ein 7-jähriges Mädchen wurde am vergangenen Montag mit einem Froschanhänger in der Speiseröhre ins Notfallzentrum für Kinder und Jugendliche des Inselspitals gebracht.

Den metallenen Anhänger zierte ein Stein, der durch Wärme die Farbe verändert. Von Neugier getrieben wollte das Mädchen den Farbwechsel unter der Dusche betrachten und verschluckte das Stück dabei versehentlich. Auch der starke Würgereiz brachte den Frosch nicht wieder zum Vorschein – er blieb stecken und verursachte Schmerzen in der Brust des Kindes. Das Mädchen wurde in den Notfall gebracht, wo ein Röntgenbild gemacht und der Fremdkörper in der Speiseröhre festgestellt wurde. Im Anschluss wurde eine Speiseröhrenspiegelung unter Narkose vorgenommen und der Anhänger mit einer Greifzange entfernt.

Gefährliche Batterien und Magnete

Trotz der ungewöhnlichen Röntgenbilder war das Mädchen nie in Lebensgefahr, wie Daniel Garcia, Direktor und Chefarzt des Notfallzentrums für Kinder und Jugendliche des Inselspitals, sagt. Trotzdem kommt es immer wieder zu brenzligen Situationen auf dem Kindernotfall. «Viel gefährlicher ist das Verschlucken von Knopfbatterien oder Magneten», so Garcia. Magnete würden sich anziehen, wenn sie zeitverzögert geschluckt werden, und könnten so beispielsweise die Darmwand einklemmen. Bei Knopfbatterien bestehe wiederum die Gefahr von Verbrennungen der Speiseröhre durch Stromfluss. Wenn dann eine Zange nicht mehr hilft, um den Gegenstand zu entfernen, gibt es nur noch eine Möglichkeit: die Operation.

Nebst gefährlichen Fremdkörpern gibt es auf dem Kindernotfall auch immer wieder ungefährliche, aber dafür kuriose Gegenstände, die versehentlich geschluckt werden: «Ein Paar vermisste wochenlang einen Ehering. Schliesslich kam es auf die Idee, dass das Kind den Ring verschluckt haben könnte», berichtet Garcia. Der Ring befand sich noch immer im Magen des Kleinkindes.

In Zweifelsfall Kispiphone kontaktieren

Pro Jahr werden im Kinderspital der Insel zwischen 20 und 30 Kinder wegen versehentlich oder absichtlich verschluckter Gegenstände behandelt. Bei kleineren Gegenständen kann man sich oft selbst behelfen. «Wenn ein Kind einen kleinen Fremdkörper wie eine Münze verschluckt und keine Beschwerden hat wie Husten, Würgen oder Schmerzen, hilft trinken. Geht dies gut, kann man versuchen, dem Kind etwas zu essen zu geben», rät Garcia. Gäbe es auch damit keine Probleme, könne man davon ausgehen, dass der Fremdkörper im Magen gelandet sei. Vorsicht sei jedoch bei giftigen Flüssigkeiten und Gegenständen geboten. In solchen Fällen müsse der Magen ausgepumpt oder ein Eingriff mit der Greifzange vorgenommen werden. Daher solle man die Gift-Zentrale und das Kispiphone kontaktieren.

Deine Meinung