Einsprache wegen «Lärm» - Kinder dürfen nicht in Kindergarten – weil Nachbar das «unzumutbar» findet
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Einsprache wegen «Lärm»Kinder dürfen nicht in Kindergarten – weil Nachbar das «unzumutbar» findet

Weil ein Nachbar den Ausbau des Kindergartens in Burgdorf BE mit rechtlichen Mitteln bekämpft, müssen einige Kinder zu Schulstart im Sommer anderswo untergebracht werden.

von
Lara Hofer
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Weil ein Nachbar Einsprache erhoben hat, darf die Gemeinde Burgdorf den Kindergarten am Neuhofweg vorerst nicht erweitern. 

Weil ein Nachbar Einsprache erhoben hat, darf die Gemeinde Burgdorf den Kindergarten am Neuhofweg vorerst nicht erweitern.

Darina Schweizer
Die Kinder, die ab August dort in den Kindergarten gegangen wären, müssen nun anderswo untergebracht werden. 

Die Kinder, die ab August dort in den Kindergarten gegangen wären, müssen nun anderswo untergebracht werden.

20min/Marco Zangger
Weil die Schulraumsituation prekär sei und auf die Schnelle keine andere Lösung gefunden werden könne, müsse man nun «enger zusammenrücken» – trotz Corona, so Katrin Kurtogullari, Leiterin der Volksschule.

Weil die Schulraumsituation prekär sei und auf die Schnelle keine andere Lösung gefunden werden könne, müsse man nun «enger zusammenrücken» – trotz Corona, so Katrin Kurtogullari, Leiterin der Volksschule.

AFP

Darum gehts

  • Die Gemeinde Burgdorf möchte ihren Kindergartenpavillon erweitern, damit die Kinder aus dem Einzugsgebiet dort zur Schule gehen können.

  • Ein Nachbar hat dagegen Einsprache erhoben.

  • Durch diese Verzögerung wird der Kindergarten nicht bis zum Schulstart umgebaut werden können.

  • Die Kinder müssen jetzt auf andere Standorte verteilt werden.

In den Burgdorfer Kindergärten hat es zu wenig Platz für alle Kinder. Die Gemeinde will deshalb den Kindergartenpavillon ausbauen. So könnten zu Schulbeginn 18 statt bloss 17 Kindergartenstandorte geführt werden. Doch ein Quartierbewohner hat Einsprache gegen das Vorhaben eingereicht. Der Kindergarten kann deshalb bis auf Weiteres nicht umgebaut werden – und wird im August nicht einzugsbereit sein. Doch was passiert nun mit den Kindern?

«Die Mädchen und Knaben aus dem Einzugsgebiet Neuhofweg, die im Sommer neu eintreten wollten, müssen auf andere Standorte verteilt werden», so Katrin Kurtogullari, Leiterin der Volksschule, gegenüber der «Berner Zeitung». Weil die Schulraumsituation prekär sei und auf die Schnelle keine andere Lösung gefunden werden könne, müsse man nun halt «enger zusammenrücken» – trotz Corona. Das berge Konfliktpotenzial: «Wir haben grössere Klassen, längere Schulwege und somit auch ab und an unzufriedene Eltern.» Auch das Ziel, dass die Kinder den Schulweg zu Fuss gehen, wird erschwert – wegen einer einzigen Einsprache.

Kinderlärm «unzumutbar»

In seiner Einsprache vom letzten November betonte der Quartierbewohner, dass das Bauvorhaben mehrere massgebende Vorschriften verletze: Der neue Bau sei nicht behindertengerecht, der Ortsbildschutz werde missachtet, die Gebäudeabstände würden unterschritten – und: «Der Lärm der Kinder sowie auch die Taxidienste der Eltern übersteigen das zulässige Mass.» Eine Zunahme des Lärms sei «unzumutbar».

Wie geht es nun also weiter mit der Erweiterung des Kindergartenpavillons? «Als Folge der Einsprache hat man ein Lärmgutachten in Auftrag geben und weitere Amtsstellen kontaktieren müssen», sagt Max Gerber vom Regierungsstatthalteramt Emmental gegenüber der Zeitung. Er gehe davon aus, dass der Bauentscheid in den nächsten Tagen erfolgen werde. Aufgeschoben ist also nicht aufgehoben. Fest stehe jedoch, dass der Umbau bis zum Schulstart im Sommer nicht realisiert werden kann.

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