Mutter schwärzt Ex an: «Kinder, euer Vater tötet Babys»
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Mutter schwärzt Ex an«Kinder, euer Vater tötet Babys»

Im Streit um das Sorgerecht erzählt eine Britin ihren Kindern Horror-Geschichten über deren Vater. Ins Visier der Polizei gerät aber ihr neuer Partner.

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Ella Draper hat ihren Kindern erzählt, deren Vater sei ein Satanist. Nicht nur das: Die Schule in Hampstead, einem Quartier im Norden Londons, die sie besuchen, betreibe einen Kinderporno-Ring.

Ella Draper hat ihren Kindern erzählt, deren Vater sei ein Satanist. Nicht nur das: Die Schule in Hampstead, einem Quartier im Norden Londons, die sie besuchen, betreibe einen Kinderporno-Ring.

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Die neunjährige A. erzählte der Polizei in mehreren Befragungen, dass ihr Vater Babyblut trinke und Kleinkinder in satanistischen Ritualen opfere.

Die neunjährige A. erzählte der Polizei in mehreren Befragungen, dass ihr Vater Babyblut trinke und Kleinkinder in satanistischen Ritualen opfere.

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Der achtjährige G. erzählte Ähnliches. Schliesslich zeigten die Ermittlungen im März, dass die Mutter ihre Kindern während Jahren einer Gehirnwäsche unterzogen hatte.

Der achtjährige G. erzählte Ähnliches. Schliesslich zeigten die Ermittlungen im März, dass die Mutter ihre Kindern während Jahren einer Gehirnwäsche unterzogen hatte.

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Ein Familiengericht in London hat es dieser Tage mit einem extremen Fall von Kindesmissbrauch zu tun. Ella Draper und ihr Partner sollen die beiden Kinder der Frau jahrelang psychisch und physisch misshandelt haben: Draper liess ihre beiden Kinder glauben, ihr Vater sei der Anführer einer satanistischen Sekte.

Bei den Anhörungen vor Gericht kommen nun Details ans Licht: So soll Draper den heute achtjährigen G. und die neunjährige A. während Jahren einer Gehirnwäsche unterzogen haben. Die «boshafte» Mutter, wie sie die Richterin laut der britischen Zeitung «The Telegraph» beschrieb, wollte damit erreichen, dass die Kleinen ihren Vater bei der Polizei anschwärzen. Ziel der Mutter: das Sorgerecht für die Kinder.

Horror-Storys über Kinderschänder und Satanisten

Das Paar hatte sich 2007 getrennt, drei Jahre nach der Hochzeit. Ella Draper, gebürtige Russin, und Ricky Dearman (46) führen seither einen erbitterten Sorgerechtsstreit. Im August 2014 sagte die Mutter den Kindern, der Vater führe einen Kinderporno-Ring an deren Primarschule, der Christ Church Primary School in Hampstead, einem nördlichen Quartier Londons.

Papst vergleicht Kindesmissbrauch mit "satanischer Messe"

Die Kinder erzählten der Polizei in mehreren Befragungen, dass «Babys im Ausland unter Drogen gesetzt und dann nach London geschickt werden», mit der Absicht sie zu misshandeln, zu foltern und schliesslich zu opfern. Die Sektenmitglieder, so G. und A. in den Einvernahmen, würden den Babys den Hals durchschneiden und deren Blut trinken. Dazu würden die Satanisten tanzen und Babyschädel sowie aus Babyhaut gemachte Schuhe tragen.

Plötzlich erzählen die Kinder vom Stiefvater

Der Vater führe abscheuliche Zeremonien im obersten Stock einer McDonald's-Filiale durch, sagten die Kinder weiter. Auch auf dem Schulhof. Über 100 Menschen seien am Sex mit den Opfern beteiligt gewesen, unter anderem der Schulleiter, mehrere Lehrer und ein Priester der Kirche nebenan.

Doch bei einer näheren Befragung erzählten die Kinder etwas ganz anderes: Drapers neuer Lebenspartner, Abraham Christie, soll die beiden Stiefkinder sexuell missbraucht haben. Und mehr noch: Draper und Christie sollen sie gezwungen haben, die unglaublichen Geschichten über ihren Vater zu schildern.

Gesundheitstests ergaben, dass die Kinder in den letzten Monaten regelmässig Cannabis konsumiert hatten. Die Ermittler vermuten, dass Christie, der bereits als Drogendealer bekannt ist, ihnen Hanf ins Essen gemischt hat, um sie gefügig zu machen.

Hexenjagd in Hampstead

Doch Draper hielt an ihrer Version fest. Um ihre Geschichte zu beweisen, lud sie im Januar mehrere Videos auf Youtube hoch, in denen die Kinder den Polizisten vom Missbrauch erzählen. Innert weniger Tage schauten vier Millionen Menschen die Videos an.

Besorgte Eltern und Gemeindemitglieder beschimpften und bedrohten die in den Filmen angeschuldigten Personen darauf über Wochen hinweg. «In Hampstead brach plötzlich eine wahre Hexenjagd aus», sagte eine Nachbarin zur britischen Zeitung «Daily Mail». Immer wieder tauchten die Videos auf – obwohl die Richterin das Hochladen des fraglichen Materials verboten hatte.

Die Kinder befinden sich seit September in der Obhut der britischen Sozialdienste. Draper ist seit Wochen verschwunden. Der leibliche Vater darf die Kinder einmal in der Woche im Heim besuchen.

In diesem Video, das Ella Draper am 22. März hochgeladen hat, erzählt sie selber ihre bizarre Geschichte. (Quelle: Youtube/allmoderncons)

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