Amoklauf in Uvalde: Kinder flehten beim Notruf um Hilfe, während Polizisten abwarteten

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Amoklauf in UvaldeKinder flehten beim Notruf um Hilfe, während Polizisten abwarteten

Offenbar haben mehrere Schülerinnen und Schüler den Notruf gewählt und verzweifelt um Hilfe gebeten, während die Einsatzkräfte untätig vor der Schule warteten.

Während die Polizisten vor der Schule Eltern mit Pfefferspray attackierten und in Handschellen legten, wählten mehrere im Gebäude eingeschlossene Schülerinnen und Schüler den Notruf und baten um Hilfe.

Darum gehts

  • Nach dem Amoklauf in Uvalde kommen mehr und mehr Fehler der Polizei ans Tageslicht.

  • So haben Schülerinnen und Schüler aus dem Inneren des Gebäudes offenbar mehrmals die Polizei angerufen und um Hilfe gebeten.

  • Trotz der Bitte, «jetzt die Polizei zu schicken», warteten die Beamten eine Stunde, bevor sie die Schule betraten.

Bei dem Massaker an einer Grundschule im US-Bundesstaat Texas wurden mehrere Polizeinotrufe aus jenem Klassenraum abgesetzt, in dem sich der Amokläufer mit Kindern und Lehrern verschanzt hatte. Mehrere Kinder hätten von dort aus die Polizei angerufen, sagte der Direktor der Behörde für öffentliche Sicherheit in Texas, Steven McCraw, am Freitag in der Kleinstadt Uvalde, in der der Schütze am Dienstag an einer Grundschule das Blutbad angerichtet hatte.

«Bitte schickt jetzt die Polizei»

Der erste Anruf sei um kurz nach zwölf Uhr Ortszeit eingegangen. Etwa 40 Minuten später habe ein Kind bei einem Anruf gebeten, «bitte jetzt die Polizei zu schicken». Eine Schülerin habe mehrfach den Polizeinotruf gewählt, mit flüsternder Stimme von mehreren Toten berichtet, sagte McCraw. In einem Anruf um 12.16 Uhr Ortszeit habe sie gesagt, acht bis neun Schüler seien noch am Leben.

Die Polizei hat nach Angaben des Behördenchefs trotz der Präsenz von 19 Beamten vor dem Klassenraum rund 45 Minuten lang keine Versuche unternommen, in den Raum einzudringen und den Schützen zu stoppen. Stattdessen sei in jenem Moment die Entscheidung getroffen worden, auf Spezialkräfte zu warten. Derweil gingen die Beamten massiv gegen Eltern vor, die sie zum Betreten der Schule aufforderten. Anfangs begründete die Polizei ihr zögerliches Eingreifen mit fehlendem Material.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Alter ohne Gewalt, Tel. 0848 00 13 13

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Beratungsstellen für gewaltausübende Personen

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(DPA/bho)

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