Flüchtlingsheim-Betreiber: «Kinder-Guillotine» statt Sandkasten zum Spielen
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Flüchtlingsheim-Betreiber«Kinder-Guillotine» statt Sandkasten zum Spielen

«Grossvolumiges Krematorium», «Rutsche mit Messerschlitzen», «Kinder-Guillotine»: Mails von der Leiterin eines Flüchtlingsheim sorgen in Deutschland für Entsetzen.

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vbi
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«Wie wäre es (...) mit einer kleinen Kinderguillotine?»,  fragt die Betreiberin dieses Flüchtlingsheims Peggy M. ihre Arbeitskollegen per E-Mail.

«Wie wäre es (...) mit einer kleinen Kinderguillotine?», fragt die Betreiberin dieses Flüchtlingsheims Peggy M. ihre Arbeitskollegen per E-Mail.

Screenshot Twitter/Der Tagesspiegel
Statt einen Spielplatz wollten Peggy M. und ihre Arbeitskollegen eine Kinderguillotine bauen.

Statt einen Spielplatz wollten Peggy M. und ihre Arbeitskollegen eine Kinderguillotine bauen.

Screenshot Twitter/Sputnik Deutschland
Sozialsenator Mario Czaja (CDU) war entsetzt über die Vorkommnisse. Mittlerweile hat der Senat dem Betreiber fristlos gekündigt.

Sozialsenator Mario Czaja (CDU) war entsetzt über die Vorkommnisse. Mittlerweile hat der Senat dem Betreiber fristlos gekündigt.

Screenshot Twitter/Mario Czaja

«Ein Sandkasten ist bei unseren Bewohnergruppen ganz schnell ein grosser Aschenbecher oder ein heimisches Klo. (…) Wie wäre es stattdessen mit einer kleinen Kinder-Guillotine?», fragt Peggy M. ihre Arbeitskollegen per E-Mail. Sie ist Leiterin eines Flüchtlingsheims in Berlin.

Allerdings machten «die Enthauptungen Dreck, weil es immer ein bisschen spritzt». Diese Sauerei wolle doch niemand wegmachen, möglicherweise sei das «eine schöne Aufgabe für die maximal Pigmentierten», so Peggy M. weiter.

«Brauchen grossvolumiges Krematorium»

Weiter wurde eine Kinderrutsche mit Widerhaken sowie Messerschlitz gefordert und Bilder von Enthaupteten verschickt. Der Berliner «B.Z.» liegt der gesamte Mailverkehr zwischen Peggy M., Brigit B. und zwei weiteren Mitarbeitern vor. Nun hat ihn die Zeitung veröffentlicht.

Peggy M. und die Geschäftsführerin der Professionellen Wohn- und Betreuungsgesellschaft Berlin (Pewobe), Brigit B., witzeln, dass sie wohl ein «grossvolumiges Krematorium» bräuchten. Dadurch würde die Firma ausserdem ihr Umweltzertifikat wiederbekommen, «weil wir die Abwärme sinnvoll und zielführend einsetzen können».

«Peggy M. lebt Willkommenskultur»

Die Betreiber hatten im Sommer 2015 eine 5000-Euro-Spende des Autokonzerns BMW erhalten. Danach diskutierten sie via Mail, für was sie das Geld nutzen wollen.

Bereits im Mai wurde bekannt, dass Peggy M. früher Mitglied der rechtsextremen Deutschen Volksunion (DVU) war. Ihr Anwalt sagte damals, dass Peggy M. sich vom rechtsradikalen Gedankengut gelöst habe und die «Willkommenskultur» vorlebe.

«War nicht ernst gemeint»

Mario Czaja (CDU) ist Sozialsenator in Berlin. Zur «B.Z.» sagte er: «Ich war entsetzt, als ich die Auszüge aus den E-Mails gelesen hatte.» Inzwischen hat der Berliner Senat dem Betreiber Pewobe fristlos gekündigt.

Auch die Pewobe hat sich mittlerweile zu Wort gemeldet. Der Anwalt der Organisation sagt: «Die Aussagen sind aus dem Zusammenhang gerissen worden und schon gar nicht ernst gemeint gewesen.»

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