Hautkrebs-Risiko: Kinder haben deutlich mehr Leberflecken
Aktualisiert

Hautkrebs-RisikoKinder haben deutlich mehr Leberflecken

Laut einer deutschen Studie hat sich die Anzahl Leberflecken bei Kindern fast verdreifacht. Auch in der Schweiz nehmen Muttermale deutlich zu. Dermatologen sind alarmiert.

von
Andrea Heeb Perrig

Laut einer deutschen Studie haben sich bei Kindern die Anzahl an Leberflecken fast verdreifacht. Beobachtet wurden Pigmentmale von Vorschulkindern. An der Studie nahmen insgesamt 395 3- bis 6-Jährige aus 14 Dresdner Kitas teil. In zwei Gruppen hätten sich die Zahl der Pigmentmale bei den Kindern fast verdreifacht, dies unabhängig von Hauttyp, Haar- und Augenfarbe, sagte der Leiter der Studie Uwe Wollina vom Klinikum Friedrichstadt gegenüber der «Welt». Vor allem nach Urlauben fanden sich mehr Pigmentmale.

«Leberflecken oder Muttermale bei Kindern nehmen auch in der Schweiz deutlich zu», sagt Professor Ralph Braun, Leiter der Hautkrebsfrüherkennung an der Dermatologischen Klinik des Universitätsspital Zürich. «Das ist bedenklich, denn mit einer erhöhter Anzahl Muttermale erhöht sich auch der Risikofaktor an dem schwarzen Hautkrebs zu erkranken.»

Verändertes Freizeitverhalten

Schweizer Studien oder Zahlen über die Zunahme gebe es dazu nicht. Auch über die Gründe für die Zunahme gebe es keine sicheren Erkenntnisse. Braun vermutet, dass sich das Freizeitverhalten in den letzten Jahrzehnten deutlich verändert hat und auch Kinderhaut immer mehr der Sonne ausgesetzt wird. Die Tatsache, dass die Studienautoren speziell nach den Ferien eine Zunahme der Muttermale festgestellt haben, deute darauf hin.

Braun rät:«Vor Leberflecken, die durch UV-Strahlen entstehen, kann man sich mit einem bewussten Umgang mit der Sonne schützen. Kinderhaut sollte möglichst wenig der Sonne ausgesetzt werden, und wenn schon Sonne, dann geschützt durch Kleidung, Hut, Brille und Sonnenschutzcreme. Zudem sollten Kinder wenn möglich im Schatten spielen.»

«Nicht grundsätzlich gefährlich»

Der Präsident von der Zürcher Dermatologen Gesellschaft, Erich E. Küng, sagt: «Die Melanomhäufigkeit hat generell zugenommen, doch dank der Früherkennung ist der Krankheitsverlauf besser als früher.» Er hält zudem fest, dass Eltern heutzutage viel mehr acht darauf geben, dass ihre Kinder gut von der Sonne geschützt werden.

«Leberflecken sind nicht grundsätzlich gefährlich. Wenn sie sich verändern, vergrössern oder gar bluten, sollte dringend ein Dermatologe aufgesucht werden», sagt Christian Surber, Professor an der Uni Basel und wissenschaftlicher Mitarbeiter der dermatologischen Klinik des Universitätsspital Basel. Menschen mit vielen Leberflecken sollten zudem den Dermatologen regelmässig konsultieren.

Leberflecke sind kleine gutartige Tumore der Melanozyten an der Haut. Sie können schon bei der Geburt vorhanden sein. Die Mehrheit entsteht durch UV-Strahlung.

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