Online-Sucht: Kinder können kaum 30 Minuten ohne Bildschirm
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Online-SuchtKinder können kaum 30 Minuten ohne Bildschirm

Eine halbe Stunde ohne digitale Medien setzt neun- bis zehnjährigen Kindern ordentlich zu. Die Folgen für die Zukunft sind unabsehbar.

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Wer heute aufwächst, erlebt  eine völlig andere Kindheit als frühere Generationen. Kinder verbringen enorm viel Zeit mit dem Tablet ...

Wer heute aufwächst, erlebt eine völlig andere Kindheit als frühere Generationen. Kinder verbringen enorm viel Zeit mit dem Tablet ...

Keystone/Petra Orosz
... oder dem Smartphone.

... oder dem Smartphone.

Keystone/Christof Schuerpf
Auch der Fernseher spielt in ihrem Leben eine grosse Rolle. Müssen sie 30 Minuten ohne einen Bildschirm auskommen, werden sie zunehmend nervös. Das ist das Ergebnis einer Studie aus Deutschland.

Auch der Fernseher spielt in ihrem Leben eine grosse Rolle. Müssen sie 30 Minuten ohne einen Bildschirm auskommen, werden sie zunehmend nervös. Das ist das Ergebnis einer Studie aus Deutschland.

Keystone/Gaetan Bally

Auf den Baum klettern, im See schwimmen oder Comic-Hefte lesen: All das können Kinder heute gar nicht mehr richtig geniessen. Auch für das Mittagessen bleibt kaum noch Zeit. Schuld daran sind nicht etwa zu viele Hausaufgaben, sondern – wie bei 280 Millionen Erwachsenen auch – Smartphone, Tablet und Rechner.

Das haben deutsche Forscher im Rahmen des Blikk-Medienprojekts (siehe Box) herausgefunden. Ihnen zufolge verspürt schon ein Grossteil der neun- bis zehnjährigen Kinder nach 30 Minuten Bildschirmabstinenz den Drang, online nach dem Rechten zu sehen.

Ärzte sollen Mediennutzung erfragen

Was das für die Zukunft der Betroffenen bedeutet, ist offen. Die Folgen dieses exzessiven Medienkonsums seien bisher noch nicht erforscht, heisst es in einer Mitteilung. Für die beteiligten Kinderärzte ist die Frage nach den gesundheitlichen Auswirkungen übermässiger Mediennutzung «eine der wichtigsten überhaupt». Denn einige Kinder hätten schon im Vorschulalter Zugang zu Smartphones und seien im Internet unterwegs.

Ärzte sollen künftig bei Früherkennungsuntersuchungen verstärkt das Lebensumfeld oder die Mediennutzung in Familien unter die Lupe nehmen. So sollen Eltern künftig besser beraten und unterstützt werden. So könnten spätere Abhängigkeiten möglicherweise verhindert werden.

Handysucht-App

Dass das sinnvoll wäre, zeigt ein weiteres Ergebnis der Studie: So sehen sich viele Eltern zwar bei der Ernährung als Vorbilder, jedoch nur bedingt im Umgang mit digitalen Medien.

Blikk – Bewältigung-Lernverhalten-Intelligenz-Krankheiten-Kinder

Digitale Medien sind wesentlicher Bestandteil von Information und Kommunikation. Auch Kinder wachsen heute selbstverständlich in diese digitale Welt hinein. Doch neben den Möglichkeiten gibt es auch Risiken. In dem Projekt soll der Umgang mit digitalen Medien in den Familien dokumentiert und ausgewertet werden. Mit der Einbeziehung der Kinder- und Jugendärzte soll die Medienkompetenz in den Familien gestärkt werden.

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