18.11.2020 03:23

Studie aus den NiederlandenKinder lernten während Lockdown «so gut wie nichts»

Eine niederländische Analyse belegt erstmals, dass Primarschüler im Fernunterricht kaum Fortschritte machten. Die Ergebnisse lassen sich auf die Schweiz übertragen.

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Eine Studie liefert nun den Beleg: Der Fernunterricht bei Primarschülern brachte nicht den gewünschten Erfolg. (Archivbild)

Eine Studie liefert nun den Beleg: Der Fernunterricht bei Primarschülern brachte nicht den gewünschten Erfolg. (Archivbild)

Keystone/Gaetan Bally
Grosse Unterschiede: Kinder aus Nicht-Akademikerfamilien haben 50 Prozent weniger gelernt als ihre Mitschüler aus gut situierten Familien.

Grosse Unterschiede: Kinder aus Nicht-Akademikerfamilien haben 50 Prozent weniger gelernt als ihre Mitschüler aus gut situierten Familien.

Foto: Christian Beutler (Keystone) 
Bei 100’000 Primarschülern sind die tatsächlichen Leistungen während des Lockdowns  gemessen worden. (Archivbild)

Bei 100’000 Primarschülern sind die tatsächlichen Leistungen während des Lockdowns gemessen worden. (Archivbild)

Keystone/Rafal Guz

Darum gehts

  • Eine niederländische Studie belegt erstmals, dass die Primarschüler im Fernunterricht «so gut wie nichts» gelernt haben.

  • Kinder aus sozial benachteiligten Familien wurden laut der Analyse während dem Lockdown abgehängt.

  • Im Test sind die Leistungen von 100’000 Schülern untersucht worden.

Untersuchungen wie das «Schulbarometer» der Padägogischen Hochschule Zug gaben im Sommer erste Hinweise, dass nicht alle Kinder während der Corona-bedingten Schulschliessungen gleich gut gelernt haben. Diese Resultate basierten allerdings lediglich auf Befragungen und Situationseinschätzungen von Eltern, Kindern und Lehrpersonen.

Jetzt liefert eine neue Oxford-Studie mit Daten aus den Niederlanden dazu erstmals Zahlen: In Tests wurden die tatsächlichen Leistungen von 100’000 Primarschülern vor und nach dem Lockdown gemessen und der Leistungsfortschritt mit jenem der vorangegangenen Jahre verglichen. Wie der «Tages-Anzeiger» berichtet, sind die Ergebnisse alarmierend: «Die meisten Kinder lernten so gut wie nichts», sagt die renommierte Erziehungswissenschaftlerin Margrit Stamm, die viele Jahre an der Universität Freiburg lehrte und heute ein eigenes Forschungsinstitut in Aarau führt.

Schnelltests sollen helfen

Laut Stamm sind die Ergebnisse auch für die Schweiz relevant. Besonders besorgniserregend findet sie den zweiten Hauptbefund, nämlich dass hauptsächlich die Kinder aus sozial benachteiligten Familien im Lockdown abgehängt wurden. Ihr Lernverlust war gegenüber Mitschülern aus Akademikerfamilien nochmals 50 Prozent grösser.

Schnelltests sollen künftig aber verhindern, dass Schulen schliessen oder ganze Klassen in Quarantäne gehen müssen. Das Bundesamt für Gesundheit prüft laut dem «Tages-Anzeiger» derzeit, wie die Schnelltests an Schulen am besten eingesetzt werden könnten.

Hast du Probleme mit deinen Eltern oder Kindern?

Hier findest du Hilfe:

Pro Juventute, Tel. 147

Elternberatung, Tel. 058 261 61 61

(chk)

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108 Kommentare
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öhm

18.11.2020, 07:23

ja, was wären diese Leute ohne Studien, ohne Berater und Experten, nichts.

Eine Mama

18.11.2020, 07:22

Unser Kind hat sehr von der 1:1 Betreuung profitiert. Wir haben intensiv mit ihm gelernt obwohl wir beide berufstätig sind. Der Kleine hat gleich auch mitgemacht. Es war eine strenge Zeit und es braucht Selbstdisziplin um das alles unter einen Hut zu bringen. Wir hatten unseren eigenen Alltag und sind jeden Morgen früh aufgestanden.

Dafür

18.11.2020, 07:22

...dafür haben sie DAS LEBEN gelernt! intensives Helfen im Haushalt, Garten und Wald...die Auseinandersetzung mit vielen Fragen und Ängsten schweisste noch mehr zusammen. Eine Bereicherung und Lebensschule für unsere Kinder!! Diese Aspekte findet man in keinem Lehrplan.