Aktualisiert 22.02.2019 11:25

Deutschland

Kinder sollen in der Schule das Saufen lernen

Ein Schulprojekt in Templin sorgt für Empörung: 90 minderjährige Schüler sollen den Umgang mit Alkohol erlernen – inklusive Probetrinken.

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Alkohol trinken in der Schule? Ein Projekt will das fördern.

Alkohol trinken in der Schule? Ein Projekt will das fördern.

Mario Guti/iStock
Mit diesem Formular sollen die Eltern ihren Kindern das Alkoholtrinken erlauben.

Mit diesem Formular sollen die Eltern ihren Kindern das Alkoholtrinken erlauben.

Mit dem Projekt «Lieber schlau statt blau» will eine Schule in Templin der Alkoholsucht vorbeugen. Dazu lädt die Oberschule rund 90 Schüler zum betreuten Alkoholtrinken ein. Die minderjährigen Schüler können dabei bis zu 0,8 Liter Wein oder 1,3 Liter Bier trinken. Auch Schüler, die bisher noch nie mit Alkohol in Kontakt gekommen sind, dürfen mitmachen.

Das Projekt diene der Sucht-Vorbeugung, sagt Brandenburgs rot-rote Regierung und fördert es seit Jahren mit Steuergeldern. Doch jetzt beginnen sich die Eltern der Schüler gegen das Projekt zu wehren.

«Da liege ich ja selber flach»

In der Lokalzeitung «Nordkurier» fordert eine Leserin die Regierung auf, die Kinder zuerst über die Schäden durch Alkohol und Drogen aufzuklären. «Und jetzt wird ihnen schon in der Schule Alkohol von Lehrern angeboten!»

Mit einer schriftlichen Genehmigung der Eltern soll den Schülern der 9. Klasse das Alkoholtrinken erlaubt werden. Denn Jugendlichen unter 16 Jahren Alkohol zu verabreichen, ist strafbar. Die Leserin denkt aber gar nicht daran, die Genehmigung zu unterschreiben. Auch die Schulleiterin würde ihrem Kind nicht erlauben, einen Liter Bier zu trinken: «Da liege ich ja selber flach.»

Trotzdem verteidigt die Schulleiterin das Projekt: «Es geht ja nicht ums Besaufen, sondern ums Beobachten der Folgen. Schüler, die sich rühmen, dass ihnen Alkohol nichts ausmacht, sollen erleben, dass sie doch nicht so stark sind.» (20 Minuten)

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