Genfer Studie: Kinder stecken sich gleich oft mit Corona an wie Erwachsene
Publiziert

Genfer StudieKinder stecken sich gleich oft mit Corona an wie Erwachsene

Welche Rolle Kinder in der Corona-Pandemie spielen, ist weiterhin umstritten. Das BAG sagt, dass sie nicht zu den Pandemietreibern gehören. Eine neue Studie aus Genf zeigt, dass sie sich fast ebenso oft anstecken wie Erwachsene.

von
Lucas Orellano
1 / 1
Kinder haben zwar mildere Covid-Verläufe, stecken sich aber fast genauso oft wie Erwachsene mit dem Coronavirus an.

Kinder haben zwar mildere Covid-Verläufe, stecken sich aber fast genauso oft wie Erwachsene mit dem Coronavirus an.

20min/Marco Zangger

Darum gehts

  • Eine Studie von der Universität Genf zeigt, dass fast gleich viele Kinder und Jugendliche Corona-Antikörper besitzen.

  • Das bedeutet, dass sie sich fast im gleichen Mass wie Erwachsene mit dem Coronavirus anstecken.

  • Weil ihre Krankheitsverläufe milder oder ganz ohne Symptome sind, fällt das aber weniger auf.

Die Diskussion um die Rolle der Kinder in der Pandemie kommt wieder in Schwung– ausgelöst durch eine Genfer Studie, die der «Tages-Anzeiger» zitiert. Demnach steckten sich Kinder im Schulalter im Kanton Genf fast genauso oft mit dem Coronavirus an wie Erwachsene.

Zum Vergleich: Die Forschenden fanden bei 25,9 Prozent der 25- bis 34-Jährigen Covid-Antikörper, die auf eine vergangene Infektion hindeuten. Das ist der höchste Wert einer Altersgruppe. Die 6- bis 11-Jährigen (22,8 Prozent) und 12- bis 17-Jährigen (23,6 Prozent) liegen diesbezüglich nur knapp dahinter. Der Verlauf einer Corona-Infektion ist bei Kindern allerdings öfter ohne Symptome und wird deshalb weniger registriert.

«Das zeigt, dass die Kinder eine Rolle spielen bei der Ausbreitung des Virus», sagt Antoine Flahault, Direktor des Institute of Global Health an der Universität Genf und Mitautor der Studie zum «Tages-Anzeiger».

Vermehrt Schulen geschlossen

Inwiefern Kinder die Weitergabe des Coronavirus beeinflussen, ist weiterhin umstritten. Seit der frühen Phase der Pandemie argumentiert das Bundesamt für Gesundheit (BAG), dass Kinder nicht zu den Treibern der Pandemie gehören. Im Laufe des Jahres 2020 wurden aber immer wieder Fälle von Kindern bekannt, die einen schweren Verlauf erlitten oder gar auf die Intensivstation mussten.

Die britische und südafrikanische Mutation soll gehäuft bei Kindern auftreten. In den letzten Wochen mussten deswegen vermehrt Schulen geschlossen werden, so beispielsweise in Rapperswil-Jona SG, Winterthur ZH oder Niederdorf BL. Allgemein haben infizierte junge Menschen weniger starke oder gar keine Symptome. Die neue Genfer Studie deutet nun aber darauf hin, dass sie sich fast im gleichen Mass anstecken können wie Erwachsene.

Hast du oder jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Tel. 147

Deine Meinung