Kinderarmut in der Schweiz
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Kinderarmut in der Schweiz

Die Kinderarmut nimmt laut einem UNICEF-Bericht in den meisten OECD-Ländern zu. Die Schweiz liegt mit einer Kinderarmutsrate von 6,8 Prozent an fünfter Stelle.

In den am meisten entwickelten Ländern leben heute zwischen 40 und 50 Millionen Kinder in Armut. Die Schweiz liegt im Vergleich mit 26 OECD-Ländern zwar an fünftbester Stelle. Die Kinderarmut ist jedoch fast drei Mal so hoch wie in Dänemark, das die geringste Armutsrate der OECD-Länder aufweist, wie UNICEF Schweiz am Dienstag in Zürich mitteilte. Einzig die vier OECD-Länder Australien, Norwegen, England und USA weisen sinkende Armutsraten auf. Die Schweiz ist in diesem Vergleich allerdings nicht erwähnt, da keine entsprechenden Vergleichszahlen vorhanden sind. Der Bericht widerlegt laut der GGeschäftsleiterin von UNICEF Schweiz, Elsbeth Müller, die gängige Vermutung, dass die Armut in den am meisten entwickelten Ländern abnimmt.

Ausschlaggebend für den Ländervergleich ist das mittlere Einkommen, das so genannte Medianeinkommen. Als arm bezeichnet werden demnach Familien, die weniger als 50 Prozent des Medianeinkommens verdienen. Dänemark und Finnland schneiden mit Armutsraten von 2,4 respektive 2,8 Prozent der Kinder am besten ab. Am unteren Ende stehen Mexiko mit 27,7 Prozent und die USA mit 21,9 Prozent.

Laut der Studie weisen 17 von 24 OECD-Ländern eine höhere Kinderarmut auf als 1990. Besonders betroffen sei Polen, wo die Kinderarmut um 4,3 Prozent gestiegen ist. Aber auch in Ländern wie Belgien oder Deutschland hat die Zahl der armutsbetroffenen Kinder um 3,9 respektive 2,7 Prozent zugenommen.

Insgesamt leben in den am meisten entwickelten Ländern heute zwischen 40 bis 50 Millionen Kinder in Armut. Soziale Trends, Arbeitsmarktbedingungen und staatliche Leistungen bestimmten laut dem UNICEF-Bericht das Ausmass der Kinderarmut. Gerade die staatliche Unterstützung spiele eine wichtige Rolle: Dank Sozialleistungen an Arbeitslose oder schlecht Verdienende könne die Kinderarmutsrate im Durchschnitt um 40 Prozent gesenkt werden. Entscheidend sei jedoch nicht nur die Höhe, sondern auch die Art der staatlichen Unterstützung. In Ländern mit den tiefsten Kinderarmutsraten bewirke gezielte staatliche Hilfe gar eine Reduktion um 80 Prozent. (dapd)

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