Jugendschutz: Das haltet ihr von der Ausweispflicht bei Youtube und Co.

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Jugendschutz«Was findet man auf Youtube, das Jugendliche nicht sehen sollen?»

Ein neues Gesetz will, dass Plattformen wie Netflix und Youtube das Alter ihrer Nutzer überprüfen. Die 20-Minuten-Community ist skeptisch, ob das funktionieren würde.

von
Meret Steiger
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Kinder und Jugendliche sollen vor Gewalt und Pornografie im Internet geschützt werden. Deshalb hat das Parlament im Herbst 2022 das Bundesgesetz über den Jugendschutz in den Bereichen Film und Videospiele verabschiedet.

Kinder und Jugendliche sollen vor Gewalt und Pornografie im Internet geschützt werden. Deshalb hat das Parlament im Herbst 2022 das Bundesgesetz über den Jugendschutz in den Bereichen Film und Videospiele verabschiedet.

Unsplash/Compare Fibre
Pascal Fouquet, Vizepräsident der Piratenpartei: «Das Gesetz ist inhaltlich putzdumm und handwerklich schlecht gemacht.» Es schütze Kinder nicht, zwinge aber alle Nutzenden, ihre ID-Kopie einem Datenkraken wie Google oder Tiktok zu schicken. 

Pascal Fouquet, Vizepräsident der Piratenpartei: «Das Gesetz ist inhaltlich putzdumm und handwerklich schlecht gemacht.» Es schütze Kinder nicht, zwinge aber alle Nutzenden, ihre ID-Kopie einem Datenkraken wie Google oder Tiktok zu schicken. 

privat
Nicht nur Youtube und Netflix seien davon betroffen, sondern auch Facebook und Instagram, sagt Fouquet. Alle Anbieter im Internet, auf denen Videos geschaut werden können.

Nicht nur Youtube und Netflix seien davon betroffen, sondern auch Facebook und Instagram, sagt Fouquet. Alle Anbieter im Internet, auf denen Videos geschaut werden können.

Unsplash/Thomas Park

Darum gehts

  • In der Herbstsession hat das Parlament das Bundesgesetz über den Jugendschutz in den Bereichen Film und Videospiele verabschiedet.

  • Es sieht vor, dass Internet-Plattformen und Abrufdienste mit Videos und Filmen das Alter der Nutzenden überprüfen müssen.

  • Die Gegner des Gesetzes haben dagegen 30’000 Unterschriften gesammelt, 50’000 brauchen sie für das Referendum. Die Frist läuft noch bis zum 19. Januar.

  • Die 20-Minuten-Community bezweifelt, dass dieses Gesetz überhaupt umsetzbar ist – auch wenn viele von euch das Problem anerkennen.

Im September 2022 haben sich der National- und Ständerat auf ein neues Jugendschutz-Gesetz geeinigt, mit dem künftig Kinder und Jugendliche keinen Zugang mehr zu Gewalt oder Pornografie in Videospielen und im Internet haben. Konkret sollen Internet-Plattformen und Abrufdienste, die Videos und Filme zeigen, vor der erstmaligen Nutzung das Alter der Nutzenden überprüfen müssen.

Die SVP und die Hälfte der FDP waren dagegen, die restlichen Parteien mit einer satten Mehrheit dafür. Der Widerstand gegen das Gesetz formt sich ausserhalb des Parlaments, die Piratenpartei ergriff das Referendum und wird dabei von der Operation Libero unterstützt.

«Der Gesetzesentwurf schiesst völlig über das Problem hinaus»

In der 20-Minuten-Community sorgt das Thema für Aufregung. Sehr viele von euch sind skeptisch, ob sich ein Jugendschutz dieser Art überhaupt umsetzen lässt. So sagt User aix: «Das Gesetz wird in der Praxis schwierig umzusetzen sein, ein Land allein hat da kaum Chancen. Kinder und Jugendliche werden immer cleverer im Umgang mit dem Internet.» Und auch hans14 findet: «Der Gesetzesentwurf schiesst völlig über das Problem hinaus. Es kommt mir vor, als würde damit einfach mehr Überwachung installiert.» Ähnlich sieht es User s.onicht, der sagt: «Dass es dabei nicht nur um den Jugendschutz geht, ist hoffentlich allen klar.»

Andere Userinnen und User, wie beispielsweise BananaJoe99, stellen den Sinn dieses Gesetzes infrage – und sehen die Eltern in der Pflicht: «Was findet man auf Youtube, das Jugendliche nicht sehen sollten? Und auf Netflix und Co. kann man separate Accounts erstellen, in denen Altersbeschränkungen hinterlegt werden können. Ich sag es immer wieder: Kindererziehung ist nicht die Aufgabe des Staates, sondern der Eltern!»

«Das ist schon längst überfällig!»

Aber auch wenn viele von euch der Umsetzung skeptisch gegenüberstehen, seid ihr doch der Meinung, dass es ein Problem ist, wenn Kinder und Jugendliche völlig ungehindert an sämtliche Inhalte herankommen. Allerdings sehen viele von euch die Eltern in der Pflicht: So schreibt elisan: «Das ist schon längst überfällig! Der Schutz der Jugendlichen muss gewährleistet sein.» Und User Domin0 antwortet: «Das ist Sache der Eltern, nehmt die endlich in die Pflicht!»

Champedissle210 würde sogar noch weiter gehen: «Die Social Medias müssen generell viel härter überprüft werden und deren Nutzung für Minderjährige stark eingeschränkt werden. Sie richten enormen Schaden an der Psyche der Jugendlichen an, siehe Tiktok.» Und auch BrickBruce meint: «Ich bin absolut dafür, unsere Jugend sollte vor unseriösen Inhalten im Netz ganz dringend geschützt werden, und Youtube und die anderen Plattformen können diese Problematik sonst nie in den Griff kriegen.»

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