BEBEN IN CHINA: Kinderhändler machen Jagd auf Erdbebenopfer
Aktualisiert

BEBEN IN CHINAKinderhändler machen Jagd auf Erdbebenopfer

Babys und Kleinkinder, die beim verheerenden Beben vom 12. Mai ihre Eltern verloren haben, werden nun von Banden gekidnappt – und zum Kauf angeboten.

Knapp drei Wochen nach dem Erdbeben haben Banden von Kindesentführern in den Regionen Sichuan nach Babys und verwaisten Kleinkindern gesucht, um sie später für umgerechnet 260 Franken an Händler zu verkaufen.

Die Behörden von Jiangyou, eine der am stärksten vom Erdbeben beschädigten Städte, wurden auf fünf Frauen aufmerksam gemacht, die am 16. Mai aus Xichuang kamen und sich in Spitäler und Notunterkünften nach Babys umsahen.

So soll es ihnen gelungen sein, vier Mädchen und einen Jungen aus einem Spital zu entwenden. Die Polizei wurde von einem aufmerksamen Hotelbesitzer alarmiert, der beobachtet hatte, wie die verdächtigen Frauen ein Hotelzimmer buchten und mehrere Kinder dabei hatten, «die sich kaum bewegten». Eine Zimmerdurchsuchung ergab, dass die Frauen ausser Babynahrung auch Schlafmittel bei sich trugen, mit denen sie offenbar die Kinder ruhigstellten.

Eine organisierte Mafia

Die Frauen, die daraufhin festgenommen wurden, gaben bei der Befragung zu, für eine Bande zu arbeiten, die Babys an Händler in der nördlichen Provinz Shandong vermittelte. Alle gestohlenen Babys waren weniger als ein Jahr alt, eines sogar knapp 10 Tage alt.

Zhao Yonggang, Chefermittler im Fall, beschrieb die Täterinnen als «verächtliche Menschen», die «streng bestraft werden» sollten. Den Kinderräuberinnen drohen nun fünf Jahre Haft, doch laut Yonggang wäre «die Todesstrafe auch nicht ausgeschlossen».

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