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Kinderpornos: 4600 Kreditkartenbesitzer unter Verdacht

Der Schlag deutscher Fahnder gegen die Kinderporno-Szene im Internet ist weit spektakulärer als bisher angenommen. Mit Hilfe von 14 Banken wurden fast 22 Millionen deutsche Kreditkarten-Konten durchleuchtet.

Die von der Polizei in Sachsen-Anhalt aufgedeckten Fälle von Kinderpornografie haben weitaus grössere Ausmasse als bisher bekannt. Nach Informationen des Radiosenders MDR-Info wird weltweit inzwischen gegen 4.600 Beschuldigte ermittelt. Sie sollen monatlich rund 80 US-Dollar auf ein Konto im Ausland gezahlt haben. Damit hätten sie Zugriff auf illegale Internetseiten mit kinderpornografischem Material bekommen.

Die Kreditinstitute hatten auf Bitten der Ermittler Daten von Kreditkartenkunden zur Verfügung gestellt, die im Sommer 2006 eine bestimmte Summe auf ein verdächtiges Konto überwiesen haben, sagte der Sprecher des Innenministeriums in Sachsen-Anhalt, Martin Krems, in Magdeburg. Dabei wurden fast sämtliche deutschen Kreditkartenkonten überprüft. Insgesamt wurden laut Spiegel Online 22 Millionen Bankverbindungen durchgecheckt. Nach Angaben des Innenministeriums bezahlten die Tatverdächtigen mit Master- oder Visa-Kreditkarten.

Die Ermittler hatten den Angaben zufolge nicht selbst Zugriff auf die Kundendaten, sondern lediglich auf die Informationen, die ihnen die Banken zur Verfügung stellten. Weitere Einzelheiten über die so genannte Operation «Mikado» sollen heute auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben werden.

Allein in Deutschland sind die Fahnder 322 Tatverdächtigen auf die Spur gekommen, teilten das Innen- und das Justizministerium in Magdeburg mit. «Die Verdächtigen sind inzwischen alle vernommen worden», sagte Krems gegenüber dem Portal LVZ-Online.

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