Aktualisiert 19.12.2006 17:07

Kindersex: Schweizer sind die grössten Grüsel

Fast ein Drittel aller kenianischen Mädchen zwischen 12 und 18 haben laut einer UN-Studie bereits Sex gegen Geld oder Geschenke gehabt. Jeder achte Liebeslohn kommt aus der Schweiz.

Die Schandliste, die die Uno in ihrer aktuellen Studie auflistet, ist ein Armutszeugnis der männlichen Weltbevölkerung. Unter den Männern die Sex mit minderjährigen kenianischen Mädchen hatten, liegen einheimische Männer mit 41 Prozent deutlich in Führung. Doch den Markt teilen sie sich mit Sextouristen aus aller Welt. Italienische Touristen(18 Prozent) belegen vor den deutschen Sexreisenden (14 Prozent) den Spitzenplatz, heisst es in der am Dienstag in Genf vorgestellten Studie. Die Schweizer stellen mit 12 Prozent der Freier die viertgrösste Gruppe. Umgerechnet auf die Landesgrösse liegen die Schweizer damit ganz klar an der unrühmlichen Spitze.

Bei rund 36 Prozent aller Geschlechtsakte mit Kinderprostituierten sind keine Kondome verwendet worden. Laut dem Bericht bieten bis zu 15 000 zwölf- bis 18-jährige Mädchen an den kenianischen Küsten gelegentlich Sex gegen Geld oder Sachgüter an. Das seien bis zu 30 Prozent dieser Altergruppe in der Region.

Regelmässig prostituierten sich dort zwei- bis dreitausend Jungen und Mädchen. Dieser Zustand sei «inakzeptabel», sagte UNICEF- Sprecher Michael Bociurkiw in Genf.

Vizepräsident: «schockierende» Zustände

Der kenianische Vizepräsident Moody Awori bezeichnete die Ergebnisses des Berichts über die sexuelle Ausbeutung von Kindern in seinem Land als «schockierend». Er betonte die «besondere Verantwortung» von Hotelbesitzern und der Tourismusindustrie.

Mehr als drei Viertel der für die Studie Befragten hielten diese Praxis allerdings für normal und tolerabel oder hiessen sie sogar gut. Die hohe Akzeptanz bei der Bevölkerung der betroffenen Region führe dazu, dass Kinder leicht in die Sexarbeit abdrifteten, schreiben die Autoren.

Für die Studie wurden die Bezirke Malindi, Mombasa, Diani und Kwale untersucht, die besonders touristisch erschlossen sind. Viele der Kinder kommen jedoch aus anderen Regionen des Landes, wo sie bereits als Prostituierte gearbeitet haben.

Spiegelbild der Lage aller Kinder

«Mit Kinderprostitution lässt sich viel Geld machen, deswegen werden viele Kinder ermuntert, sich an Touristen heranzumachen», heisst es in der Studie. Die Autoren betonen, dass die Kinder «keine Kriminellen» seien, sondern «Opfer sexueller Ausbeutung».

«Die hier aufgezeigte kommerzielle sexuelle Aktivität von Kindern in Küstengegenden ist eine schockierende Verletzung ihrer Rechte und ein Spiegelbild des grossen Risikos, dem alle Kinder in Kenia ausgesetzt sind», heisst es in dem Bericht. (sda)

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