Aktualisiert 30.05.2006 11:33

Kindersklaven von den Eltern an Mafia vermietet

Hunderte Kinder aus Bulgarien sind von ihren Eltern über Jahre hinweg an einen Mafia-Ring vermietet worden. In Italien, Deutschland und Österreich wurden sie als klauende und bettelnde Kindersklaven ausgebeutet.

Die Kinder im Alter von 8 bis 13 Jahren wurden nach Angaben der italienischen Polizei zum Betteln, Stehlen und zur Prostitution gezwungen.

Ihre völlig verarmten Eltern hätten als Bezahlung von der Bande einen «gewissen Prozentsatz» der Einnahmen erhalten, berichteten italienische Zeitungen unter Berufung auf Spezialfahnder am Dienstag.

Rund 40 verdächtigte «Kinderhändler» seien festgenommen worden. Die Basis der Verbrecher-Organisation befinde sich im norditalienischen Triest, die Kinder seien aber auch nach Deutschland und Österreich geschickt worden, hiess es.

«Es ist ein Millionen-Geschäft mit dem Epizentrum in Bulgarien», schreibt die Zeitung «Corriere della Sera». Die Kinder seien häufig geschlagen worden. In Venedig habe man ein 13-jähriges Mädchen entdeckt, das im achten Monat schwanger war.

Die Ermittlungen hätten drei Jahre gedauert. Deutsche und österreichische Polizei sei beteiligt gewesen, hiess es in Triest. «Die Eltern wussten sehr genau, dass ihre Kinder zu Verbrechen gezwungen wurden und sie davon einen gewissen Prozentsatz erhielten», sagte ein Ermittler in Triest.

«Kinder auszubeuten, ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit», sagte Pietro Grasso, oberster Mafia-Jäger in Italien. «Es handelt sich um ein weltweites Problem: Es gibt Kindersoldaten in Afrika, Ausbeutung durch Kinder-Arbeit sowie sexuellen Missbrauch durch Prostitution.»

(sda)

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