Grippe: Kinderspital ist mit Kapazitäten am Limit
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GrippeKinderspital ist mit Kapazitäten am Limit

Der Notfall im Kinderspital beider Basel ist täglich überfüllt: Eltern bringen ihre kranken Kinder ins Spital statt zum Hausarzt.

von
Leonie Kaiser

Seit Weihnachten läuft die Notfallstation im Kinderspital beider Basel (UKBB) auf Hochtouren: Unter Kindern grassiert derzeit die Grippe, bei 90 Prozent der Infekte sind die oberen und unteren Atemwege betroffen. Doch statt zum Hausarzt zu gehen, bringen Eltern ihre Kinder lieber in den Notfall. «Sie glauben, schneller behandelt zu werden als in einer Praxis», sagt Sandra Soland, Sprecherin des UKBB. So kommt es, dass drei Assistenzärzte und ein Chefarzt täglich von 8 bis 23 Uhr im Dauereinsatz und sämtliche Pikettärzte mobilisiert sind. Trotzdem können sie den gros­sen Ansturm kleiner Grippepatienten nur schleppend bewältigen.

Das Pflegepersonal konnte bis anhin noch nicht aufgestockt werden. «Zwischen einer und drei Stunden müssen die Patienten warten», so Soland. Besonders am Wochenende ist der Wartesaal der Notaufnahme überfüllt. «Wir machen die Eltern auf den kinderärztlichen Notfalldienst aufmerksam, er wird aber kaum beansprucht», so Soland. Dabei wäre dieser viel bequemer: Das kranke Kind kann direkt daheim untersucht werden. Auch die Telefone laufen heiss. Soland: «Wir haben täglich 60 bis 80 Anrufe.»

Norovirus in den Spitälern

In den Spitälern der Region Basel wütet derzeit das hochansteckende Norovirus, das Brechdurchfall hervorruft. Im Kantonsspital Bruderholz waren zeitweise über 40 Patienten infiziert. Derzeit hat sich die Lage stabilisiert. Laut Mediensprecher Urs-Peter Modespacher mussten vorübergehend ganze Abteilungen unter Quarantäne gesetzt werden. Im Unispital Basel ist die Lage ­weniger dramatisch. Momentan sind dort acht Patienten am Virus erkrankt. (lha)

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