«Slumdog Millionaire»: Kinderstars: Auszug aus den Slums
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«Slumdog Millionaire»Kinderstars: Auszug aus den Slums

Die Kinderstars des Oscar-Abräumers «Slumdog Millionaire», die bisher in tiefster Armut im Slum in Mumbai leben mussten, werden bald zu Wohneigentümern.

Regisseur Boyle und Filmproduzent Christian Colson sagten der britischen Zeitung «Daily Mail», dass Mohammed Ismail und Rubina Ali und ihre Familien in den kommenden Monaten in neue Appartments im Wert von fast 35000 Franken pro Wohnung umziehen werden. Doch damit nicht genug: Erstaunlicherweise haben sich jetzt auch die Beamten der «Maharashtra Housing and Area Development»-Gesellschaft gemeldet, quasi das Wohnamt von Mumbai – auch sie wollen den beiden jungen Filmstars eine neue Wohnung schenken.

Die Öffentlichkeit reagierte mit Entsetzen, als die ersten Bilder von den armseligen Wohnstätten der Kinder auftauchten, obwohl der Film weltweit über 118 Mio. Franken eingespielt hat.

Boyle berichtet weiter, dass die Kinder und ihre Familien sich nun neue Wohnungen anschauen am Rande der Gegend, in der sie leben: «Da gibt es Ziegelhäuser. Sie werden Strom, fliessendes Wasser und ordentliche sanitäre Einrichtungen haben. Sie werden immer noch nahe bei ihren Freunden und ihren entfernten Familienangehörigen leben. Ihre Gemeinde ist ihnen sehr wichtig und sie wollen nicht zu weit von ihr wegziehen.»

Das Filmstudio hat sich ausserdem bereit erklärt, einen Rikscha-Fahrer zu bezahlen, der die Kinder jeden Tag zur Schule bringt und sie dort auch wieder abholt – für die nächsten acht Jahre, damit die Kinder auch wirklich zur Schule gehen.

Für Rubinas Vater bedeutet der Umzug viel: «Das ist so grossartig, dass wir eine richtige Wohnung bekommen. Seit drei Generationen leben wir in den Slums, und nun schaffen wir es definitiv hier raus. Das ist kein richtiger Ort für ein menschenwürdiges Leben. Ständig bedroht einen die Zerstörung (der eigenen Hütte)», zitiert das Blatt den Vater der Jungschauspielerin.

Colson und Doyle ist aber bewusst, dass es mit dem Kauf der Wohnungen nicht getan ist: «Wir kaufen die Wohnungen für sie. Die Wohnungen bleiben Eigentum einer Stiftung, bis die Kinder 18 Jahre alt sind und ihre Ausbildung abgeschlossen haben. Dann gehen die Eigentumsrechte an die Eltern über.» Damit soll verhindert werden, dass die Immobilien gleich wieder verkauft würden.

Boyle weiter: «Es geht nicht darum, mit Geld rumzuschmeissen – das funktioniert nicht. Es geht darum, langfristig zu investieren. Ganz wichtig ist, dass die Kinder ihre Schulzeit absolvieren. Wir wollen, dass die Kinder mehr als Wohlstand erlangen. Wir wollen, dass sie sich die Fähigkeiten aneignen, die sie fürs Leben brauchen.»

Doyle sagt auch, dass er und die Investoren von «Slumdog Millionaire» einen Fond eingerichtet haben, um die Slum- und Strassenkinder in Mumbai zu unterstützen. Bis jetzt sind knapp 850000 Franken zusammengekommen. Doch es wird erwartet, dass die Summe noch anwachsen wird.

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