Aktualisiert 31.10.2011 17:51

Dank DNA-TestKindertausch nach 12 Jahren aufgeklärt

Eine Geburtsklinik im Ural muss den Eltern zweier Kinder, die vor zwölf Jahren verwechselt wurden, insgesamt sechs Millionen Rubel Schmerzensgeld bezahlen. Doch ein Wermutstropfen bleibt.

von
kub

Zwei zwölfjährige, bei der Geburt vertauschte russische Mädchen wollen nicht zu ihren leiblichen Eltern ziehen. Die beiden Familien überlegen jetzt, ein gemeinsames Haus oder zwei benachbarte Häuser in ihrer Heimatstadt Kopeisk im Südural zu kaufen. Das zuständige Gericht sprach ihnen am Montag Entschädigungen in Höhe von jeweils rund 87 000 Franken zu. Das sind sehr hohe Summen. In Russland liegt das durchschnittliche Monatsgehalt bei etwa 475 Franken.

«Geld kann die Schmerzen nicht lindern», sagte Julija Beljajewa, die sich bis vor kurzem noch für die leibliche Mutter Irinas hielt. Nun stellte sich heraus, dass Anna ihre leibliche Tochter ist. Die Entbindungsstation muss nun Wiedergutmachung zahlen. Das Klinikpersonal hatte die Babys nach der Geburt versehentlich vertauscht.

«Sie ist eifersüchtig»

«Manchmal glaube ich, es wäre besser gewesen, wenn das nie herausgekommen wäre», erklärt Belajajewa. Ans Licht gekommen war die Verwechslung der zwei Babys, weil ihr Ex-Ehemann einen DNA-Test seiner Tochter veranlasste. Er zweifelte seine Vaterschaft an, weil Irina ihm nicht ähnlich sieht. Bei dem Test stellte sich heraus, dass weder er der leibliche Vater, noch seine Ex-Ehefrau die leibliche Mutter ist. Bei Nachforschungen wurde dann der leibliche Vater Irinas ausfindig gemacht. Bei ihm wuchs Anna auf, von der er annahm, dass sie seine leibliche Tochter sei. Von Annas vermeintlicher Mutter hatte er sich bereits vor fünf Jahren getrennt.

Bilder des russischen TV-Senders NTV zeigen, wie Julija Beljajewa nach der Urteilsverkündung lacht und ihre leibliche Tochter Anna umarmt. Währenddessen starrt Irina ernst zu Boden. «Sie ist eifersüchtig», erklärt die Mutter. Anna sieht ihrer biologischen Mutter sehr ähnlich, während Irina ihrem Erzeuger gleicht. «Ich würde mich freuen, wenn wir alle gemeinsam ein Haus gemeinsam bewohnen würden», sagt er. B. hingegen bevorzugt benachbarte Häuser, damit «wir unsere Kinder aufwachsen sehen und an ihrer Erziehung teilhaben können». (kub/sda/dapd)

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