«Kinderwunsch-Praxen» boomen in der Ostschweiz
Aktualisiert

«Kinderwunsch-Praxen» boomen in der Ostschweiz

Immer mehr kinderlose Paare helfen der Natur mit medizinischer Unterstützung nach. So auch in der Ostschweiz, wo die Behandlungen 2008 um 43 Prozent zunahmen.

von
Urs-Peter Zwingli

Dieser Zuwachs hat für Doktor Felix Häberlin, Leiter des Ostschweizer Instituts für Reproduktionsmedizin und gynä­kologische Endokrinologie (Fiore), verschiedene Ursachen. «Da das Fiore erst seit 2002 besteht, mussten wir unsere Bekanntheit zunächst erarbeiten.» Zudem sei unter jungen Menschen das Wissen um die medizinische Hilfe für kinder­lose Paare gestiegen – dies dank der Möglichkeit der schnellen und anonymen Informationsbeschaffung im Internet.

Zur Behandlung eines ungewollt kinderlosen Paares bieten sich verschiedene Methoden an. Die stärkste Zuwachsrate hat mit 70 Prozent die In-vitro-Fertilisation (IVF), die künstliche Befruchtung einer Eizelle durch ein Spermium ausserhalb des menschlichen Körpers. Diese wird im hauseigenen Labor des Fiore mittels modernster Technik durchgeführt. «Weil die Eizellen äus­serst fragil sind, müssen wir rasch und doch präzise vorgehen», erklärt Felix Roth, Leiter des IVF-Labors. Die aus der IVF entstandenen Embryonen führen nach dem Rücktransfer in den Mutterleib in über 50 Prozent der Fälle zu einer Schwangerschaft.

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