Aktualisiert 05.03.2008 16:27

Kindesmisshandlungen auch auf zweiter Kanalinsel

Nach den Vorwürfen des Kindesmissbrauchs auf der Kanalinsel Jersey stehen nun auch zwei Kinderheime auf der Nachbarinsel Guernsey unter Verdacht.

Ein Zeuge sagte aus, es habe dort Übergriffe gegeben, allerdings keinen sexuellen Missbrauch.

«Es gab definitiv Misshandlungen auf Guernsey. Wenn auch nicht im selben Masse wie auf Jersey, aber es gab sie», sagte der Zeuge nach Angaben der britischen Nachrichtenagentur PA vom Mittwoch.

In dem Kinderheim «Haut de la Garenne» auf Jersey sollen nach Zeugenangaben mehr als 160 Kinder körperlich misshandelt und sexuell missbraucht worden sein. Die Taten reichen bis zu 40 Jahre zurück.

Der neue Zeuge hat nach eigenen Angaben zuerst in dem Kinderheim «Haut de la Garenne» und später in den Kinderheimen auf der zweitgrössten Kanalinsel Guernsey gelebt. Dort hätten ein inzwischen gestorbener Mitarbeiter und andere Angestellte die Kinder geschlagen, sagte der 49-Jährige.

«Niemand wollte uns zuhören. Ich habe das Gefühl, die Behörden wollten nicht glauben, was dort vor sich ging.» Ein Sprecher der Polizei in Guernsey sagte, bisher habe es keine Anzeigen gegeben. Sobald dies geschehe, werde ermittelt.

Auf dem Gelände des Kinderheims auf Jersey war am vorvergangenen Wochenende ein Kinderschädel gefunden worden. Bisher spricht die Polizei von 40 Verdächtigen in dem Fall. Das Kinderheim wurde Mitte der 80er- Jahre geschlossen.

(sda)

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