Aktualisiert 27.10.2009 15:20

LesegerätKindle lässt die Kassen klingeln

Der weltgrösste Online- Versandhändler Amazon hat mitten in der Wirtschaftskrise ein weiteres Mal Gewinn und Umsatz kräftig gesteigert. Ein Grund: Amazons Lesegerät für elektronische Bücher «Kindle» war zuletzt der bestverkaufte Artikel des US-Konzerns.

Amazon präsentierte am Donnerstag für das abgelaufene Quartal einen um fast 70 Prozent höheren Nettogewinn von 199 Mio. Dollar. Der Umsatz stieg um 28 Prozent auf 5,45 Mrd. Dollar. Unterhaltungselektronik war dabei einer der Haupttreiber.

An der Wall Street war ein Umsatz von 5,03 Mrd. Dollar prognostiziert worden. Die Erwartungen am Markt waren für Amazon bereits ohnehin hoch gewesen. Auch für das Weihnachtsgeschäft rechnet der weltgrösste Internet-Händler mit höheren Umsätzen.

Besonders die guten Aussichten für das wichtige Weihnachtsgeschäft beeindruckten die Anleger. Und die jüngsten Quartalszahlen übertrafen alle Erwartungen der Experten. Die Aktie, die in diesem Jahr bereits um 82 Prozent zulegen konnten, schoss am Donnerstagabend im nachbörslichen US-Handel um rund 15 Prozent nach oben.

Erfolgsgeschichte «Kindle»

Amazon hat seinen E-Book-Reader gerade erst in rund 100 Ländern ausserhalb der USA auf den Markt gebracht. Nun senkt der Konzern den Preis für die internationale Version bereits von 279 Dollar auf das US-Niveau von 259 Dollar. Allerdings fallen weitere Kosten unter anderem für den Versand an.

Amazon-Chef Jeff Bezos zeigte sich vom Erfolg des «Kindle» begeistert»: «Wir stehen voll unter Strom», sagte er. Bezos will den «Kindle» bei digitalen Büchern zu einer ähnlichen Erfolgsgeschichte machen wie es Apples iPhone bei Handys ist.

Auch über Microsofts eben gestartetes neues Betriebssystem Windows 7 können die auf dem «Kindle» gespeicherten Bücher und Zeitungen nun genutzt werden.

Der Markt für E-Book-Reader ist aber umkämpft. Rivalen sind etwa der Sony-Konzern. Im Gegensatz zur Konkurrenz hat Amazon bisher fast ausschliesslich englischsprachige Inhalte für seinen «Kindle» im Angebot.

Wachstum ausserhalb der USA

Knapp die Hälfte seiner gesamten Einnahmen erzielte Amazon zuletzt ausserhalb des US-Heimatmarkts. Bereinigt um Währungseffekte wächst das Geschäft weltweit deutlich schneller als in den Vereinigten Staaten.

Für das laufende Schlussquartal rechnet Amazon mit Einnahmen zwischen gut 8,1 und mehr als 9,1 Mrd. Dollar. Dies wäre ein weiteres Wachstum zum Vorjahresquartal von bis zu 36 Prozent. Das Betriebsergebnis soll zwischen 300 und 425 Mio. Dollar liegen und damit sogar um bis zu 56 Prozent klettern. (sda)

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