Aktualisiert 09.12.2007 12:56

«King Arthur» prügelte sich in Basel durch

Mit einer souveränen Vorstellung verteidigte «King Arthur» dann standesgemäss seinen Weltmeister- Titel nach IBF-Version im Mittelgewicht. Auch die Schweizer Boxer waren erfolgreich.

Der vom deutschen Weltmeister-Trainer Ulli Wegner gecoachte Nikola Vujasinovic wirkte gegen den keineswegs abfallenden Richard Raskievic (Pol) zwar überaus konzentriert und bestimmte die Gangart. Doch der Luzerner schlug fast keine Serien. Zudem setzte der 1,95 m grosse Zentralschweizer seine leichten Reichweiten-Vorteile kaum durch, da vorab das Distanzgefühl noch Wünsche offen liess. «Raskievic bewegte sich halt sehr gut. Das war kein leichter Gegner für ein Profidebüt», bilanzierte Vujasinovic, der erst in der vierten und letzten Runde seine verständliche Nervosität ab- und an Entschlossenheit zulegte.

Letztlich gewann Vujasinovic jede Runde bei allen vier Punktrichtern. Vujasinovic hatte sich fünf Wochen lang in Kienbaum (De) in einem Camp des deutschen Profiboxstalles von Wilfried Sauerland auf sein Profidebüt in Basel vorbereitet. Vujasinevics Vertrag mit Sauerland läuft noch über zwei weitere Kämpfe, die innert 250 Tagen ausgetragen werden sollen. «Ich werde voraussichtlich im Januar wieder nach Deutschland gehen, um mich auf die nächste Aufgabe vorzubereiten», sagte Vujasinovic. Blitzsieg durch Kinnhaken

Yves Studer (25), der zweite Schweizer im Vorprogramm, feierte in seinem 15. Profikampf den ebensovielten Erfolg. Der in der Umgebung von Köniz BE wohnhafte Mittelgewichtler setzte sich in einem auf sechs Runden angesetzten Fight gegen den lettischen Aufbaugegner Oleg Fedotows (zwei Siege aus jetzt neun Kämpfen) bereits in der ersten Runde durch (technischer K.o.).

Studer führte die Entscheidung im Schlagabtausch mit einem rechten Kinnhaken noch vor dem ersten Pausengong herbei. Fedotows erhob sich zwar rasch, wirkte aber noch sichtlich benommen. Deshalb wurde er vom Ringrichter zurecht aus dem Kampf genommen. Für Studer war es der bislang schnellste Sieg im Profilager - und gleichzeitig der erst zweite Sieg vor Ablauf der angesetzten Distanz.

Er habe nicht an seiner Schlaghärte gearbeitet, sondern in der Vorbereitung mit Trainer Bruno Arati an seiner Doppeldeckung sowie am Oberkörper-Verhalten gearbeitet, betonte Studer. «Meine taktische Marschroute sah schon mehr Risiko vor. Dass ich allerdings so schnell gewinnen würde, hätte ich nicht gedacht», sagte Studer, der am 26. Dezember am Stephanstagmeeting im Berner Kursaal bereits seinen nächsten Kampf bestreiten wird.

Studer will vorderhand weiterhin für die Berner «Boxing Kings» kämpfen, für die er im «Nebenamt» auch als Boxfitness-Trainer arbeitet. «Ich werde solange an mir arbeiten wie notwendig, um mich für einen internationalen Titelkampf aufzudrängen», sagt Studer.

König Arthur siegreich

Arthur Abraham bleibt IBF-Weltmeister im Mittelgewicht. Der gebürtige Armenier mit deutschem Pass setzte sich vor rund 5000 Zuschauern in der Basler St. Jakobshalle gegen den britischen Herausforderer Wayne Elcock durch technischen K.o. nach 1:58 Minuten der 5. Runde durch.

Abraham hatte sich in der vierten Runde bei einem unbeabsichtigten Kopfzusammenstoss der beiden Boxer eine leichte Blessur über der rechten Augenbraue zugezogen. Dies erzürnte den ungefährdeten Champion.

Als Elcock in der fünften Runde offensichtlich Mühe mit der Gangart von Abraham bekundete und nach einem rechten Haken zum bereits zweiten Mal nach der Startrunde zu Boden ging, setzte der jederzeit souveräne Abraham nach. Den anschliessenden Schlaghagel beendete der Ringrichter, indem er den überforderten Elcock zurecht aus dem Kampf nahm. Dadurch kam der 27-jährige Abraham zum 25. Sieg im 25. Kampf als Profi und zum 20. vorzeitigen Erfolg. Für den unterlegenen britischen Champion Elcock (33) war es die dritte vorzeitige Niederlage als Profi. (si)

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