Aktualisiert 07.06.2007 13:41

«King Becks» - Favoriten im Fahrplan

Am letzten Spieltag der EM-Qualifikation vor den Sommerferien dürfen drei Länder die Euro 2008 in Österreich und der Schweiz planen: Europameister Griechenland, der WM-Dritte Deutschland und Schweden.

Die Grossmächte des europäischen Fussballs haben sich in der EM- Qualifikation mit Siegen am letzten Spieltag vor der Sommerpause in eine günstige Ausgangsposition für den herbstlichen Endspurt um die Tickets zur Euro gebracht. Der Superstar David Beckham verzückte England, der «Nobody» Fabio Quagliarella beglückte Weltmeister Italien und der Joker Nikolaos Liberopoulos rettete den Titelverteidiger Griechenland. Auch der WM-Zweite Frankreich (1:0 gegen Georgien) und Rumänien (2:0 gegen Slowenien) punkteten dreifach. Lediglich der WM-Teilnehmer Polen patzte beim 0:1 in Armenien.

Die Chancen der reputierten Teams lassen sich vor dem Endspurt folgendermassen einstufen:

- hervorragend: Deutschland, Griechenland und Schweden, wenn es die drei Punkte aus dem abgebrochenen Spiel in Dänemark erhält

- gut: Portugal, Serbien, Polen, Frankreich, Italien, Türkei, Tschechien, Kroatien, Spanien, Nordirland, Rumänien, Holland

- intakt: Schottland, Ukraine, Finnland, Bosnien-Herzegowina, Norwegen, Irland, Israel, Russland, England, Dänemark, Bulgarien

- gering: Belgien, Ungarn, Slowakei

Löw mit bestem Start

Ob Franz Beckenbauer, Sepp Herberger oder Jürgen Klinsmann - an Joachim Löw kommt keiner heran. Nach elf Monaten als Bundestrainer und dem 2:1 gegen die Slowakei kann der 47-Jährige auf eine beeindruckende Saisonbilanz zurückblicken. In den 11 Spielen seiner Amtszeit gab es 9 Siege, 1 Unentschieden (1:1 auf Zypern) und 1 Niederlage (0:1 gegen Dänemark).

Klinsmanns Nachfolger Löw legte mit fünf Siegen nach dem Debüt am 16. August 2006 gegen Schweden (3:0) den besten Start aller Bundestrainer in der langen Geschichte des DFB hin. Auch das Torverhältnis von 37:6 kann sich sehen lassen, und das 13:0 gegen San Marino am 6. September 2006 ging als höchster Auswärtssieg einer deutschen Nationalmannschaft in die Annalen ein. In der vergangenen WM-Saison hatte es unter Klinsmann in 18 Spielen 10 Siege sowie je 4 Unentschieden und Niederlagen bei einem Torverhältnis von 39:21 gegeben.

«Beckham war Meisterklasse»

Englands Presse huldigte nach dem 3:0 in Estland «King Becks», als Retter des umstrittenen Trainers Steve McClaren. «Beckham war Meisterklasse», titelte «Daily Mail». Der Mittelfeldspieler bereitete zwei Tore mit mustergültigen Flanken vor. «Das ist, was wir wollen: David Beckham, den Fussballer. Wenn er so spielt, ist er ein sehr, sehr guter Fussballer», sagte McClaren.

Der nach der WM 2006 ausgemusterte Beckham war mit dem zweiten Spiel nach seiner Rückkehr zufrieden. «Ich bin stolz, für mein Land zu spielen», sagte der im Sommer nach Los Angeles wechselnde Star. «Jetzt haben wir die Qualifikation wieder in unserer Hand.»

Otto Rehhagel durfte sich nach dem 2:1-Sieg mit Griechenland gegen das Gruppen-Schlusslicht Moldawien als Glückspilz fühlen. In der 63. Minute wechselte er den von Nürnberg umworbenen Liberopoulos für den Bundesliga-Torschützenkönig Theofanis Gekas ein. Der Joker bewahrte den Titelverteidiger mit seinem Siegtor in der 95. Minute vor einer Blamage. «Ich habe schon mehrmals solche Situationen erlebt. Es war nicht der erste Thriller für mich», sagte Rehhagel.

Griechenlands Zeitungen überschlugen sich dagegen beinahe in ihren Kommentaren. «Von der Hölle ins Paradies», schrieb «Eleftheros Typos» und «Sporttime» stellte fest: «Otto hat Lotto gespielt und gewonnen».

Keine Blösse gab sich Spanien beim 2:0 gegen Liechtenstein, vermochte aber erneut nicht zu überzeugen. «Ein Supertor von David Villa per Fallrückzieher war schon fast alles. Viel mehr hatte Spanien nicht zu bieten», kritisierte «As».

(si)

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