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«Teilen statt löschen»Kings Elliot kämpft mit Panikattacke während Videodreh – und zeigts

Kings ist mit neuer Musik und mit Nachnamen zurück. Mit uns spricht die in London lebende Zürcherin über Ängste und verrät Techniken, wie sie sich aus einem Tief holt.

von
Katja Fischer

Sängerin Kings Elliot erklärt im Zoom-Call aus London, wie ihre Beruhigungsbox bei einer sich abzeichnenden Panikattacke hilft.

20 Minuten / shy/kfi

Darum gehts

  • Kings heisst jetzt Kings Elliot und hat vergangene Woche den Song «I’m Getting Tired of Me» releast.

  • Bei den Aufnahmen zum Videoclip wurde sie von einer Panikattacke überrascht.

  • Die in London lebende Zürcherin entschied sich dazu, ihren Gefühlsausbruch in voller Länge zu teilen.

  • Im Interview mit 20 Minuten spricht sie über die positive Message hinter dem bitteren Song. Und verrät, was ihr hilft, wenn sie sich down fühlt.

Es ist ihr Debüt unter neuem Namen und gleichzeitig ein mutiger Seelenstrip. Kings heisst jetzt Kings Elliot – die Zürcherin mit dem englischen Pass hat sich den Nachnamen ihrer Oma zugelegt – und singt in «I’m Getting Tired of Me» von persönlichen Ängsten, Unsicherheiten und ihrem grössten Dämon: sich selbst.

Zur Premiere gleich mal mit «Ich habe genug von mir» aufzufahren, sei tatsächlich «speziell», sinniert Kings im Zoom-Call mit 20 Minuten. «Aber ich wollte es genau so. Und ich wusste von Beginn an, dass das meine erste Single sein würde.»

«Es wurde in den letzten Jahren noch schlimmer»

Auch, weil der Inhalt der bittersüssen Ballade das reflektiert, was sie ein Leben lang begleitet. Es möge «klischeehaft» klingen, so Kings. «Aber tatsächlich habe ich schon immer am meisten mit mir selbst und meinen Emotionen zu kämpfen.» Und eigentlich hätte sie gedacht, «mit dem Alter da rauszuwachsen», erzählt sie weiter. «Stattdessen ist es in den letzten Jahren noch schlimmer geworden.»

Im Clip zur Single geht die Musikerin, die seit rund fünf Jahren in London lebt, noch einen Schritt weiter. Kings Elliot zeigt, wie sie tränenüberströmt mit einer Panikattacke zu kämpfen hat – ein Plot, der so nicht geplant gewesen sei. «Während ich versuchte, ein Video zu filmen, bekam ich eine Panikattacke», klärt sie im Vorspann auf, «anstatt es zu löschen, habe ich mich entschieden, es mit euch zu teilen.»

Es sei «wahnsinnig unangenehm», sich selbst so zu sehen, sagt sie. Aber genau deshalb wolle sie das Videomaterial nicht zurückhalten: «Es ist mir wichtig, zu zeigen, dass man sich für Panikattacken nicht zu schämen braucht.»

Ebenso essenziell sei, die Aufnahmen in voller Länge zu präsentieren – bis zur Erholung. Denn so düster der Song auf den ersten Blick daherkommen mag, so positiv ist die Message dahinter: «Es geht vorbei. Auch wenn du das mit zugeschnürter Kehle und unter Tränen nicht zu glauben wagst.»

3 Strategien, um sich zu beruhigen

Kings Elliot hat inzwischen ihre ganz eigenen Methoden, um es aus einem Tief zu schaffen und bestenfalls eine Panik- oder Angstattacke zu vermeiden. Sie verrät uns, welche drei Techniken bei ihr am meisten nützen:

1. Tapping: Das Klopfen an bestimmten Körperstellen ist eine sanfte Art der Akupressur, mit der Ängste und Stress «weggeklopft» werden. «Damit beruhige ich mich, wenn ich spüre, dass sich etwas anbahnt», sagt sie. «Es hilft nicht immer, aber oft.»

2. Atmen: «Richtig tief atmen ist so wichtig», weiss Kings Elliot, «im Moment einer Panikattacke ist das zwar richtig schwierig, aber umso wirkungsvoller.»

3. Dinge für die Sinne: In einer kleinen Beruhigungsbox hat Kings sechs Gegenstände bereit: für jeden Sinn einen – einen Edelstein oder eine Kerze zum Beispiel. Was es damit auf sich hat, erklärt sie im Video oben.

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Hier findest du Hilfe:

Pro Mente Sana, Tel. 0848 800 858

Kinderseele, Onlineberatung für Kinder psychisch kranker Eltern

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