13.09.2017 09:25

Trotz mieser KritikenKinofans sind scharf auf «Fifty Shades»

Filmkritiken haben wenig Einfluss auf den Kinoerfolg eines Films, das besagt zumindest eine Studie. Die Leute schauen, was sie wollen – vor allem, wenn es erotisch aufgeladen ist.

von
shy
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Vier Millionen Views – und das nur zwei Tage nach dem Release: Der erste Teaser zu «Fifty Shades Freed» interessiert – obwohl anscheinend niemand die mit etwas BDSM aufgesexte Erotik-Drama-Reihe mag. Jedenfalls, wenn man die Leute fragt. Aber: Die beiden Vorgänger waren mit einem weltweiten Kino-Einspielergebnis von 550 Millionen (Teil eins) und 360 Millionen Franken (Teil zwei) sehr erfolgreich. Dies, obwohl gemäss Rottentomatoes.com nur 25 beziehungsweise 10 Prozent der Filmkritiker die Streifen ...

Vier Millionen Views – und das nur zwei Tage nach dem Release: Der erste Teaser zu «Fifty Shades Freed» interessiert – obwohl anscheinend niemand die mit etwas BDSM aufgesexte Erotik-Drama-Reihe mag. Jedenfalls, wenn man die Leute fragt. Aber: Die beiden Vorgänger waren mit einem weltweiten Kino-Einspielergebnis von 550 Millionen (Teil eins) und 360 Millionen Franken (Teil zwei) sehr erfolgreich. Dies, obwohl gemäss Rottentomatoes.com nur 25 beziehungsweise 10 Prozent der Filmkritiker die Streifen ...

Screenshot Universal Pictures
... für empfehlenswert erklärten. Laut einer neuen Studie ist der Einfluss von Reviews auf die Kinobesucher sowieso geringer als gemeinhin angenommen. Vielmehr könnten die Leute die Qualität eines Streifens heute besser abschätzen als noch vor 20 Jahren – und dies zeigt sich bei den Ticketverkäufen. Folgende sechs Big-Budget-Produktionen des Sommers 2017 sind bei den Kritikern durchgefallen – einige von ihnen haben aber trotzdem gut performt.

... für empfehlenswert erklärten. Laut einer neuen Studie ist der Einfluss von Reviews auf die Kinobesucher sowieso geringer als gemeinhin angenommen. Vielmehr könnten die Leute die Qualität eines Streifens heute besser abschätzen als noch vor 20 Jahren – und dies zeigt sich bei den Ticketverkäufen. Folgende sechs Big-Budget-Produktionen des Sommers 2017 sind bei den Kritikern durchgefallen – einige von ihnen haben aber trotzdem gut performt.

Screenshot Universal Pictures
«Pirates of the Caribbean: Dead Men Tell no Tales»Rottentomatoes.com: Zu 30 Prozent empfehlenswert.Bisheriges Einspielergebnis gemäss BoxOfficeMojo.com: 760 Millionen Franken

«Pirates of the Caribbean: Dead Men Tell no Tales»Rottentomatoes.com: Zu 30 Prozent empfehlenswert.Bisheriges Einspielergebnis gemäss BoxOfficeMojo.com: 760 Millionen Franken

Disney/Peter Mountain

Zwei Tage nach seiner Veröffentlichung verbuchte der Teaser-Trailer zum dritten «Fifty Shades»-Streifen bereits rund vier Millionen Views. Woher kommen die? Wen interessiert das? Die Reihe geniesst schliesslich nicht den besten Ruf – zu seicht sei die mit etwas BDSM aufgesexte Romanze.

Der Trailer zu «Fifty Shades Freed»

Video: Universal

Das erste Appetithäppchen auf «Fifty Shades Freed». (Quelle: Youtube/Fifty Shades)

Mag sein, doch geschaut werden die Filme trotzdem. Laut dem Branchenportal Boxofficemojo.com spülte der erste Teil, «Fifty Shades of Grey» aus 2015, knapp 550 Millionen Franken in die Kino- und Studiokassen und der 2017er-Nachfolger «Fifty Shades Darker» rund 360 Millionen. Dies, obwohl Kritiker im Akkord die Nase gerümpft hatten: Den ersten Film befanden gemäss Rottentomatoes.com immerhin noch 25 Prozent der Kritiker für sehenswert, den zweiten empfahlen gerade mal 10 Prozent weiter.

Kritiken mit wenig Einfluss

Insider aus dem Umfeld grosser Filmstudios behaupteten im Frühling, dass die tiefen Bewertungen von «Baywatch» und «Pirates of the Caribbean: Dead Men Tell no Tales» bei Rottentomatoes.com (wo der Durchschnitt von Review-Punktzahlen ermittelt wird) diesen beiden Popcorn-Streifen ein höheres Einspielergebnis verwehrt hätten.

Eine neue Studie besagt allerdings, dass schlechte Kritiken die Leute kaum von einem Kinobesuch abhalten. Studienautor Yves Bergquist von der University of Southern California stellte fest, dass das Verhältnis von positiven und negativen Bewertungen in den vergangenen 17 Jahren etwa gleich geblieben ist (erst letzte Woche klagten Filmemacher in «The New York Times» über die scheinbare Zunahme vernichtender Kritiken) und die Urteile heute insgesamt sogar milder ausfallen würden als früher – auch bei Big-Budget-Blockbustern wie «Baywatch» und «Pirates».

Sex sells – praktisch immer

Aber: Die Meinung der Kinogänger würde sich je länger je mehr mit dem Urteil der Filmkritiker decken. Sprich: Das Publikum erkennt heute eher, ob ein Streifen sein Geld wert sein wird oder nicht. Es scheint die Qualität heute also mehr zu gewichten als nur ein bekanntes Franchise.

Ausnahmen bestätigen die Regel – und zu diesen gehört wohl die «Fifty Shades»-Reihe. Auch wenn die Filme (und Buchvorlagen) objektiv betrachtet wenig Substanz bieten, so befriedigen sie den menschlichen Durst nach Romantik und Erotik – und dieser schlummert in jedem von uns.

«Fifty Shades Freed» (Universal Pictures) läuft am 8. Februar in den Deutschschweizer Kinos an.

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