Mitfilmen: Kinos setzen Kopfgeld auf Filmpiraten aus
Aktualisiert

MitfilmenKinos setzen Kopfgeld auf Filmpiraten aus

Angestellte englischer Kinos erhalten eine Belohnung, wenn sie Leute beim Film-Mitschneiden ertappen. Schweizer Kinos planen nichts Vergleichbares.

von
kwo
Britische Kinoketten gehen gegen Mitfilmer vor und belohnen ihre Angestellten, wenn sie einen Filmpiraten ertappen.

Britische Kinoketten gehen gegen Mitfilmer vor und belohnen ihre Angestellten, wenn sie einen Filmpiraten ertappen.

Auch wenn es im Netz meist HD-Raubkopien gibt, sind sie noch nicht ausgestorben: Die Filmpiraten, die im Kinosaal Neuerscheinungen abfilmen. Für die Inhaber der Filmrechte ist das ein grosses Ärgernis, weshalb sie von Kinos Massnahmen fordern.

In England versuchen die Kinos deshalb, mit einem neuen Konzept dieses Problems Herr zu werden. Wie der «Standard» berichtet, haben vier grosse Kinoketten deshalb begonnen, für ertappte Filmpiraten eine Art Kopfgeld auszuzahlen.

Bis zu 500 Pfund Belohnung

Mitarbeiter, die Kunden beim Mitfilmen ertappt haben, hätten bis zu 500 Pfund (ungefähr 720 Franken) erhalten. Initiantin der Kopfgeld-Idee sei der Verband Federation Against Copyright Theft (Fact) gewesen. Zu Gerichtsverhandlungen hätten die Fälle allerdings nicht geführt. Es sei zu schwierig gewesen, den Piraten die böse Absicht zu beweisen. In den konkreten Fällen sei es zum Beispiel um die Filme «Fifty Shades of Grey» oder «The Theory of Everything» gegangen.

Solch drastische Massnahmen wie in England kann man sich in der Schweiz nicht vorstellen. Melanie Frick von den Basler Kultkinos erklärt, dass in ihren Kinos solche Fälle äusserst selten vorkämen. «Es gibt aber Verleiher, die für die speziellen Presse-Filmpreviews Sicherheitsleute anstellen. Diese kontrollieren dann, dass nicht mitgefilmt wird.»

Betrug an den Filmemachern

Auch in den Zürcher Arthouse-Kinos kommt es nur sehr selten zu derartigen Fällen, wie Beat Käslin von Arthouse erklärt. Allerdings mache die Filmpiraterie den Kinos stark zu schaffen. «Irgendwie schaffen es die Filme aber immer ins Netz. Was viele nicht begreifen: Wer einen Streifen illegal ansieht, der betrügt in erster Linie die Kreativen, die Macher der Filme», so Käslin.

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