Massive Vorwürfe: Kinski-Tochter: «Ich war sein kleines Sexobjekt»
Aktualisiert

Massive VorwürfeKinski-Tochter: «Ich war sein kleines Sexobjekt»

Massive Vorwürfe gegen den 1991 verstorbenen Klaus Kinski: Seine älteste Tochter Pola wirft dem Schauspieler vor, sie über Jahre sexuell missbraucht zu haben - schon als 5-Jährige.

von
jam
Pola Kinski rechnet in ihrem Buch «Kindermund» mit ihrem Vater Klaus Kinski ab.

Pola Kinski rechnet in ihrem Buch «Kindermund» mit ihrem Vater Klaus Kinski ab.

In diesen Tagen erscheint im Insel-Verlag das Buch «Kindermund». Autorin ist Pola Kinski, die älteste Tochter des berühmt-berüchtigten deutschen Schauspielers Klaus Kinski («Fitzcarraldo», «Aguirre, der Zorn Gottes»), der 1991 einem Herzleiden erlag. Sie erhebt in dem Buch massive Vorwürfe gegen ihren Vater, wie der «Stern» jetzt berichtet: Er soll sie über Jahre sexuell missbraucht haben. Bei den jüngsten Übergriffen war Pola erst 5 Jahre alt.

«Er hat sich über alles hinweggesetzt. Auch darüber, dass ich mich oft gewehrt habe und gesagt habe: ‹Ich will nicht.› Das war ihm egal. Er hat sich einfach genommen, was er wollte», so Kinski im Gespräch mit dem «Stern». In seinen Filmen spielte Kinski häufig eine unerträgliche Figur: Cholerisch, angsteinflössend, furchterregend. Und genauso soll der Mann auch im zivilen Leben gewesen sein, glaubt man den Ausführungen der heute 60-jährigen Pola Kinski. Wie schwer gewissen Passagen in dem Buch über ihre zerstörte Kindheit zu lesen sein dürften, zeigt dieser Abschnitt aus dem Text beim «Stern»:

«Ihr Vater erkannte die Bedürftigkeit seiner kleinen Tochter und nutzte sie schamlos aus. Kinski holte Pola zu sich nach Berlin, Rom oder Madrid. Er brüllte sie an, warf sie gegen die Wand, vergewaltigte sie. Dann wieder überhäufte er sie mit Luxus. ‹Er leistete sich ein kleines Sexualobjekt, das er auf Seidenkissen bettete›, erinnert sich Pola Kinksi heute.»

Das Urteil über ihren Vater fällt niederschmetternd aus: «Missbraucht hat er eigentlich alle Menschen. Er hat andere Menschen nie respektiert.» Die allgemeine Vergötterung ihres Vaters, die seit dessen Tod noch zugenommen habe, habe sie immer massiv irritiert. «Ich konnte es auch nicht mehr hören: ‹Dein Vater! Toll! Genie! Ich habe ihn immer gern gemocht!› Seit er tot ist, wird diese Vergötterung immer schlimmer», sagte Kinski.

Geschenke waren «Hurenlohn»

In ihrem Buch «Kindermund» beschreibt Pola Kinski - indirekt - Szenen des Missbrauchs. Aber immer wieder schreibt sie auch über die Zerrissenheit, die sie als Kind erlebt hat. «Schuldgefühle quälen mich: dass ich ihn enttäuscht habe, dass ich es überhaupt zugelassen habe. Ich weine hemmungslos», heisst es.

Im «Stern»-Interview sagte sie, «da ich seine Zuwendung so nötig gebraucht habe, wie die Luft zum Atmen, habe ich das in Kauf genommen.» Ihr Vater habe ihr eindringlich gesagt, sie dürfe mit niemanden darüber reden. Seine Geschenke bezeichnete sie als «Hurenlohn».

Bösewicht vom Dienst

Klaus Kinski war vor allem als wilder Bösewicht in den Edgar-Wallace-Verfilmungen bekannt geworden. Bis zu seinem Tod am 23. November 1991 wirkte er in 130 Filmen mit.

Tochter Pola stammt aus seiner ersten Ehe mit Gislint Kühlbeck. In der zweiten Ehe mit Ruth Brigitte Tocki wurde Nastassja Kinski geboren, die ebenfalls eine erfolgreiche Schauspielerin wurde. Aus einer dritten Ehe ging der Sohn Nikolai hervor. Alle Ehen wurden geschieden.

Nein, diese Szene ist nicht gespielt – So cholerisch konnte Klaus Kinski sein:

(Video : Youtube/Baranowski) (jam/sda)

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