Aktualisiert 26.05.2018 16:55

DublerKiosk verkauft umstrittene «Mohrenköpfe»

Die bekannten Dubler-«Mohrenköpfe» gibt es jetzt auch an den Valora-Kiosken. Dort heissen sie aber anders.

von
hvw
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Der Stein des Anstosses: Die Mohrenköpfe der Firma Dubler.

Der Stein des Anstosses: Die Mohrenköpfe der Firma Dubler.

Laut dem Komitee gegen rassistische Süssigkeiten ist der Name Mohrenkopf eine herabwürdigende und rassistische Bezeichnung für den Kopf einer dunkelhäutigen Person. Es hat eine Petition gegen den Namen gestartet.

Laut dem Komitee gegen rassistische Süssigkeiten ist der Name Mohrenkopf eine herabwürdigende und rassistische Bezeichnung für den Kopf einer dunkelhäutigen Person. Es hat eine Petition gegen den Namen gestartet.

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«Mohrenkopf ist für mich eine positive Formulierung», sagt Besitzer Robert Dubler im Interview mit 20 Minuten. Im Zusammenhang mit der Süssigkeit sei der Begriff nicht rassistisch, sonder sogar positiv besetzt. Eine Umbenennung des Produkts käme unter keinen Umständen infrage. Sein Vater habe im Jahr 1946 angefangen mit der Produktion. Die «Mohrenköpfe» hätten schon immer so geheissen.

«Mohrenkopf ist für mich eine positive Formulierung», sagt Besitzer Robert Dubler im Interview mit 20 Minuten. Im Zusammenhang mit der Süssigkeit sei der Begriff nicht rassistisch, sonder sogar positiv besetzt. Eine Umbenennung des Produkts käme unter keinen Umständen infrage. Sein Vater habe im Jahr 1946 angefangen mit der Produktion. Die «Mohrenköpfe» hätten schon immer so geheissen.

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Es scheint der Kioskbetreiberin Valora nicht ganz geheuer zu sein. Zwar haben sie die goldenen «Mohrenköpfe» des Schweizer Familienunternehmens Dubler ins Sortiment aufgenommen. An den Kiosken werden sie aber unter der Bezeichnung «Schokokuss» verkauft, wie die «Schweiz am Wochenende» berichtet.

Die Vorsicht hat wohl mit der schon lange schwelenden Diskussion um die umstrittenen Begriffe «Mohrenkopf» oder «Negerkuss» zu tun. Im letzten Herbst flammte sie wieder auf, als das «Komitee gegen rassistische Süssigkeiten» eine Petition gegen den Dubler-«Mohrenkopf» lancierte. Der Begriff sei abwertend und ein Überbleibsel der Kolonialzeit, waren damals die Argumente.

«Begriff ist positiv»

Patron Robert Dubler (70), der das Familienunternehmen in zweiter Generation führt, hält an der Bezeichnung fest. Gegenüber 20 Minuten sagte er damals, den Vorwurf des Komitees könne er nicht ernst nehmen. «Mein Vater hat im Jahr 1946 mit diesen Mohrenköpfen angefangen, sie heissen schon immer so», sagte Dubler. «Im Zusammenhang mit der Süssigkeit ist der Begriff doch nicht rassistisch, sondern sogar positiv besetzt.»

Der Kiosk-Konzern wollte gegenüber der Schweiz am Wochenende zu den Rassismusvorwürfen keine Stellung nehmen. Firmensprecher Mettler sagte zur Zeitung, man verzichte diesbezüglich auf eine Stellungnahme. Man richte sich nach den Bedürfnissen der Kunden, und das Produkt sei sehr beliebt. Reklamationen habe man bisher keine erhalten.

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