«Ich kann langsam nicht mehr»: Kioskfrauen leiden unter dem Lotto-Fieber
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«Ich kann langsam nicht mehr»Kioskfrauen leiden unter dem Lotto-Fieber

64 Millionen Franken liegen im Lotto-Jackpot. Das Land ist im Spielfieber. Für die Kioskfrauen bedeutet das Mehrarbeit – zu ihrem Leidwesen.

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kaf
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Die Berner sind im Lottofieber: In den Kiosken bilden sich kurz vor Annahmeschluss jeweils lange Schlangen – bei manchen reicht sie sogar aus dem Geschäft hinaus.

Die Berner sind im Lottofieber: In den Kiosken bilden sich kurz vor Annahmeschluss jeweils lange Schlangen – bei manchen reicht sie sogar aus dem Geschäft hinaus.

Keystone/Karl Mathis
Auch im Press & Books in der Christoffelpassage kommt es laut Mitarbeiterin Mimmi Sunnard zu langen Wartezeiten. «Vor allem am Abend kommen viele Lottospieler.»

Auch im Press & Books in der Christoffelpassage kommt es laut Mitarbeiterin Mimmi Sunnard zu langen Wartezeiten. «Vor allem am Abend kommen viele Lottospieler.»

20 Minuten/kaf
Je höher der Jackpot wird, desto mehr Leute machen mit. Für Mittwoch rechnen die Kioskmitarbeit deshalb mit noch mehr Spielern als bisher.

Je höher der Jackpot wird, desto mehr Leute machen mit. Für Mittwoch rechnen die Kioskmitarbeit deshalb mit noch mehr Spielern als bisher.

swisslos.ch

Alle, die gerne Lotto-Millionär werden möchten, haben am Mittwoch die nächste Chance dazu: 64,3 Millionen Franken sind im Jackpot. Viele träumen vom Leben in Saus und Braus und füllen eifrig ihre Zettel aus. Doch nicht alle freuen sich über das ausgebrochene Lottofieber: Kioskmitarbeiter beklagen sich wegen der zusätzlichen Arbeit.

«Ich kann langsam nicht mehr», schrieb Userin «Katzenfrau» bei der Ankündigung des letzten Jackpots vor einer Woche. «Ich komme kaum mit den anderen Arbeiten hinterher und am Abend bin ich kaputt.» Die «geplagte Kioskfrau» hofft, dass bald endlich jemand den Jackpot knackt. 20 Minuten-Leserin Esther antwortet ihr darauf: «Kann ich mitfühlen, arbeite auch am Kiosk.» Und auch Yvonne schreibt: «Kann ich mich nur anschliessen.»

«Bei manchen Kiosken stehen sie bis draussen an»

Auch in den Kiosks im Bahnhof Bern ist deutlich mehr los: «Vor allem am Abend kommen viele Lottospieler», sagt etwa Mimmi Sunnard. Die 20-Jährige arbeitet im Press & Books in der Christoffelpassage. Da gebe es jeweils lange Schlangen. «Bei uns geht es jeweils noch, aber bei manchen Kiosken stehen sie bis draussen an», fügt ihre Arbeitskollegin hinzu.

Seitdem der Jackpot 50 Millionen Franken betrug, hat sich die Anzahl Lottospieler mit jeder Ziehung erhöht. Für die Ziehung am Mittwoch rechnen die beiden Kioskfrauen mit noch mehr Leuten. Wenn diese dann noch den Zettel erklärt haben müssen oder ihren Schein nicht richtig ausfüllen, wird es stressig. «Die Leute müssen dann deutlich länger warten.»

Lange Wartezeiten kurz vor Annahmeschluss

Auch in anderen Kiosken im Bahnhof Bern spüren die Angestellten den zusätzlichen Andrang. «Normalerweise bedienen wir nur an einer bis zwei Kassen, inzwischen müssen wir teilweise alle drei öffnen», sagt die Kioskfrau vom grossen Press & Books beim Treffpunkt. Bei ihnen hätten sich schon Schlangen bis zur Eingangstür gebildet – «bis raus hat es aber noch nicht gereicht.» Das könnte sich noch ändern: Für Mittwoch erwartet die 20-Jährige noch einmal mehr Spieler.

«Vor allem in den paar Stunden vor Annahmeschluss gibt es viele, die noch einen Lottoschein wollen», sagt eine weitere Berufskollegin. Dass soviele Leute gleichzeitig ihre Zahlen tippen wollen, sei schon etwas nervig. «Sie könnten doch so weit überlegen und früher kommen, um die langen Wartezeiten zu vermindern.»

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