Aktualisiert 13.12.2011 21:56

Bülach ZHKioskräuber muss hinter Gitter

Im letzten April hat ein junger Zürcher in Bülach einen Kiosk ausgeraubt und einen mutigen Passanten massiv bedroht. Nun muss der erwischte Serientäter für 30 Monate hinter Gitter.

Es war am vergangenen 15. April, als ein heute 24-jähriger Stadtzürcher am Abend in Bülach auftauchte und an der Feldstrasse in einem Einkaufszentrum einen Kiosk aufsuchte. Danach ging der gebürtige Peruaner sehr dreist vor. Er lenkte die Verkäuferin ab, begab sich zur Kasse, die er mit der Hilfe des Touchscreen öffnete und Bargeld von mindestens 1000 Franken herausnahm. Die Kioskangestellte bemerkte das Verbrechen und schrie um Hilfe.

Passaten mit Messer bedroht

Ein Passant aus Oberglatt wurde auf die Rufe aufmerksam und nahm die Verfolgung des flüchtenden Täters auf. Kurz darauf holte er den Langfinger ein, packte ihn am Kragen und forderte ihn auf, an den Tatort zurückzukehren. Doch dann wurde der Beschuldigte plötzlich aggressiv und drohte dem Zeugen, dass er ein Messer habe und dieses gleich einsetzen werde. Dann kam es zu einem Gerangel, wobei der Dieb sein Mobiltelefon aus der Tasche nahm, sich losriss und mit der Beute das Weite suchte.

Tatmotive: Alkohol und Cabarets

Einen Monat später wurde der Kioskräuber von der Polizei festgenommen und sitzt seither im Gefängnis. Am Dienstag musste er sich vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten. Dabei kam heraus, dass er bereits zwei Wochen vor dem Coup in Bülach einen Kiosk in Zürich überfallen und eine Angestellte mit dem Messer bedroht hatte. Hinzu kamen zahlreiche weitere Kiosk-Diebstähle, die der Gelegenheitsarbeiter im ganzen Kanton Zürich verübt hatte. Tatmotive waren ein exzessiver Alkoholkonsum sowie der häufige Besuch von Cabarets.

Die Befragung zur Person ergab, dass er zuerst in Peru bei seinen Grosseltern aufgewachsen war. Mit acht Jahren kam er zu seiner Mutter nach Zürich. Offenbar zu spät. So konnte er sich kaum integrieren und fiel schon bald durch schlechte Schulleistungen auf. Eine Lehre konnte er nie abschliessen. Stattdessen konsumierte er Kokain und trank täglich literweise Bier. Vor Gericht hinterliess er einen schlechten Eindruck, da er keine Reue und sich wenig beeindruckt zeigte. Ein Gutachter attestierte ihm eine dissoziale Persönlichkeit mit einer hohen Rückfallgefahr.

Ambulante Therapie im Gefängnis

Die zuständige Staatsanwältin verlangte für den mehrfach vorbestraften Beschuldigten eine unbedingte Freiheitsstrafe von 39 Monaten. Die Verteidigung erachtete 18 Monate als angemessen. Beide Seiten waren sich aber einig, dass während des Strafvollzugs eine Suchtbehandlung verbunden mit einer ambulanten Psychotherapie unbedingt angebracht sei.

Dies befand nun auch das Gericht, das wegen eines schweren Verschuldens eine unbedingte Freiheitsstrafe von 30 Monaten festlegte. Der Beschuldigte habe eine grosse Rücksichtslosigkeit an den Tag gelegt, sagte der Vorsitzend. Da der eingebürgerte Schweizer behandlungsbedürftig ist, ordnete das Gericht eine ambulante Therapiewährend des Strafvollzugs an. (20 Minuten)

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